Archiv für: Dezember 2004, 31

31.12.04

Permalink 10:11:00, von Olaf, 370 Wörter, 728 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Gewissen

Elend, Armut, Systeme, Korruption, Gier, und dann das Gewissen: handle, gib: der Vorwurf, du machtest das nur, um dein Gewissen zu beruhigen: die Überlegung, was das Gewissen sei, ob es nicht genau jenes regulierende Etwas im menschlichen (nur dort? - nein, ich hörte von Hunden: oder ist es bei ihnen die mimisch geschickt umgesetzte Angst vor Strafe?) Organismus sei, das via Emotion zum Herstellen einer sozialen Balance animiere (Animus, animal, Animation)?: die Frage, ob sich das Gewissen nur durch rechtes Handeln am Nächsten/an der Nächsten beruhigen ließe oder auch durch andere Aktionen: ob nicht, wie sich irgend woher (woher nur?) der Verdacht aufdränge, dass die meisten Tätigkeiten von dieser "anderen" Natur seien, will sagen: dass das Gefühl des "schlechten Gewissens" nicht von so exakter Qualität sei wie etwa das Gefühl der "Eifersucht", das - von einigen "kranken" Fällen abgesehen, und auch bei denen bin ich mir nicht sicher - beinahe immer "richtig" liegt: dass das Spenden eine der Möglichkeiten sei, in der Tradition der christlichen Ablassbriefe stehend: dass es viele doch recht bequeme Handlungen gebe, die dies ebenso erreichten (aus calvinistischer Sicht darf Helfen nicht wirklich bequem sein: erstaunlich, woher wir doch kommen, selbst die moralisch angesehene Linke), ohne Bezug zur (darüber hinaus, soweit sie sich nicht im sog. Unmittelbaren abspielt, nicht vorhandenen, weil hyperkomplexen) Wirklichkeit. Nein nein nein: in der überwältigenden, eigentlich "erschlagenden" Mehrzahl der helfenden Fälle geht es um die nackte, brutale Beruhigung einer inneren, mit der Außenwelt lediglich über das (fragwürdige? oder "immerhin vorhandene"? oder einzig mögliche?) Vehikel der Identifikation locker verknüpften Unbehaglichkeit ("das eigene Herz beruhigen" als das wie ausgerechnet immer zentrale, einzige Motiv): lässt die Identifikation (oder auch das Interesse) nach, geht es besser: nach einer geregelten Spende noch besser: nach einer geregelten Handlung noch noch besser (besonders wenn sie zusätzlich das Ego aufpumpt): und so weiter.
Und dennoch ist diese Betrachtung einseitig und irgendwie schmierig: was, wenn sich Herzen wirklich verbinden können?: was, wenn noch andere Dinge "echt" sind als die eigene Psyche?: was, wenn? - aber dies hier ist ja wie immer keine ausgewogene Erörterung im Sinne einer wissenschaftlichen Abhandlung, sondern ein ungesteuerter Hirnfluss.

Olaf Schreibers Blog

So fängt es an: ich blogge. Es gab immer mal wieder ein paar Leute, denen der Ausfluss eines mit mir identifizierten Hirns gefallen hat, drum teste ich es mal so.

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