Archiv für: Mai 2003, 06

06.05.03

Permalink 01:49:52, von Olaf, 491 Wörter, 769 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Koh Samet 2

erstaunlich spät, sowohl was die Zeit dieses individuellen Abends an geht als auch mein Leben: dabei bin ich noch jung, einiger Maßen (aber ich spüre die Angst vor der 40, die man nicht zugibt: ich erinnere das Vierzigwerden anderer, das gar nicht so lange her scheint, jener, die inzwischen 50 sind). Wir hinterlassen keine Spuren: und warum auch: Gräser, Rinder und Pilze hinterlassen auch keine (ja ich höre die „Allesistwichtig“-Fraktion: vielleicht hinterlassen wir auch alle Spuren, vielleicht haben wir alle unseren einmaligen, wichtigen Platz im grenzenlosen Kosmos): warum wir? Und warum gelangen wir manchmal (nach guten Filmen, intensiven Momenten (deren Seltenheit uns dann schlagartig klar wird und in der Annahme resultiert, dies könnte sich durch mehr Mut und eine andere Lebensführung verbessern) zu der klaren Erkenntnis, dass dies eine Katastrophe sei, mehr noch: tragisch? Ich weiß es nicht, aber es beschreibt genau das, was ich empfinde). Was kann überhaupt wichtig sein? Warum nicht ein Rehlein mit einer sanften, transparenten, ambitionslosen Existenz sein (schon gut: was weiß ich über Rehe? But you get the point), Gras fressend und an Bäumen nagend und (und damit den Bestand gefährdend) dann für immer von uns gehend, ohne Erinnerung an auch nur eine herausstechende Eigenschaft: und selbst wenn es eine Erinnerung gäbe, wenn das Rehlein so wäre wie Julius Cäser oder Dschingis Khan, so what: bedeutungslos (über die Definition von Bedeutung unterhalten wir uns an anderer Stelle, über deren tiefe, zeitweilig beunruhigende, aber zur Entwicklung umfassender Toleranz unverzichtbare Natur der absoluten Relativität). Also was (nein, eigentlich läuft es nicht darauf hinaus, jedenfalls nicht in seiner profanen philosophischen Form) ist der eigentliche Sinn des Lebens? Ich dachte immer: eine Form von Tanz, frei von Sinn, unmittelbar, gegenwärtig: aber leider kann ich nicht wirklich tanzen (und die Legehennen auch nicht, mein Gott: was tun wir da nur?). Einfach durchdrehen? Dem Drehbuch eines jener vielen, sehr vielen Filme mit dem gleichen Tenor folgen, dass die Gesellschaft in ihrer Verkehrung des natürlich Guten wahnsinnig sein und das irre Werden ein sinnvoller, romantischer, cooler, heiliger, ehrlicher Ausweg? Die Tiefe der Lüge in all ihren Ebenen scheint zuweilen unbeschreiblich: und dann sich wieder frei machen von dieser harten Betrachtung: denn alle Menschen haben ihre Bahnen, und Lüge und Aufrichtigkeit sind alberne Extreme von nicht existenten Kategorien: denn es geschieht einfach: und ist ohne manifeste Bedeutung.
Die Menschen um uns werden eines Tages fort sein (oder wir vor ihnen): wir wissen nicht, ob die Seele wandert, oder sich nur (nur) die Summe der Energiefelder, aus denen jedes Wesen (so meinen manche) besteht, transformiert, oder jegliches Muster, das in irgend einer Korrelation zu dem Wesen, das da zu existieren glaubte (denn mehr ist es nicht), steht, vollkommen verschwindet: was wenn ja, was wenn nicht?
Ich muss schlafen: ich wünsche mir, nach 36 weiteren Jahren entspannt und belustigt auf ein seltsames Leben zurück zu blicken, unverbittert.

Olaf Schreibers Blog

So fängt es an: ich blogge. Es gab immer mal wieder ein paar Leute, denen der Ausfluss eines mit mir identifizierten Hirns gefallen hat, drum teste ich es mal so.

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