Archiv für: Oktober 2000, 02

02.10.00

Permalink 09:15:00, von Olaf, 412 Wörter, 643 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Wie weiter?

Wie weiter?
Da sitze ich nun. Vor 18 Jahren und einigen Monaten fing etwas an, das seitdem vielerlei Gestalt angenommen hat und in keiner Weise abgeschlossen ist. Vor 18 Jahren und einigen Monaten wurde mir bewusst, dass das Leben eher ein seltsamer Zustand ist als etwas Stimmiges, zu mir Passendes, Natürliches. Die Struktur meines Universums zerriss: oder mir wurde es bewusst, denn (so müssen wir schreiben aufgrund der vielen Theorien, die es dazu gibt) natürlich liegen die Wurzeln dieser Bewusstwerdung in einer grauen, aber (und das ist wichtig) wahrscheinlich nicht schwarzen Vergangenheit. Vor 18 Jahren und einigen Monaten begann meine Reise ins Ich (nein, ich bin nicht angekommen): die Vehikel waren Vision Quests (oder was ich darunter verstehe), Therapien, Freunde und Freundinnen und Philosophien. Hier schreibe ich ein paar Worte zu den Therapien: die Essenz meiner Philosophien (die hier explizit nur am Rande vertreten wird, aber notwendiger Weise immer (immer - IMMER!) mitschwingt), ist eine poststrukturalistische (ein Teil davon auf die Spitze getrieben und verinnerlicht): ich glaube nicht an die objektive Existenz auch nur einer einzigen Klasse (lehne aber den Gedanken nicht ab, dass das Universum ein bewusstes (softwareähnliches) Produkt sein könnte und somit "a priorische" Klassen existieren könnten: diese könnten wir dann erkennen oder auch nicht: beweisen könnten wir sie in keinem Fall). "Klasse" meint hier so etwas wie "Begriff", "Kategorie": Beispiele sind Mensch, Frau, Mann, Atom, Angst, Stuhl, Apfel, und alle anderen: beinahe sämtliche Subjektive einer "Sprache" bezeichnen Klassen: und selbst wenn sie sich auf "eine konkrete Existenz" beziehen (zum Beispiel "mich"), sind sie möglicher Weise bestenfalls unscharf (schlimmstenfalls Geschwafel): ich streite nicht ab, dass das Arbeiten, Leben und Denken in Klassen sinnvoll und lebensnotwendig ist: selbst Erkenntnisse, aus denen dann Handlungsmaximen folgen, sind in einem gewissen Rahmen bildbar: der Fehler jedoch tritt genau dann auf, wenn vergessen wird, dass die Bildung einer Klasse heuristisch oder induktiv erfolgt und bestimmte Verallgemeinerungen (zu denen die Menschen einen sehr seltsamen Hang haben) gemacht werden: streng genommen ist keine Verallgemeinerung (Klassenbildung) gültig (wenngleich sie, wie gesagt, durchaus sinnvoll sein kann), weil bereits die Annahme, es existierten Klassen, vollkommen unbegründet ist: die Idee, zwei dieser kugelähnlichen ("Ähnlichkeiten" sind subjektiv: und die ehrliche Variante von Klassen) Dinger, die von dem, was die meisten Menschen in gleicher Weise als "Apfelbäume" identifizieren, der gemeinsamen Klasse "Apfel" zuzuordnen, ist brauchbar (und nicht mehr): dehnen wir sie aus und sagen "prima, schauen wir doch mal, zu welcher Klasse dies und jenes gehört", dann haben wir Unsinn begangen genau dann, wenn wir das 100%ig ernst meinen).
Visionen

Olaf Schreibers Blog

So fängt es an: ich blogge. Es gab immer mal wieder ein paar Leute, denen der Ausfluss eines mit mir identifizierten Hirns gefallen hat, drum teste ich es mal so.

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