Archiv für: April 2000

09.04.00

Permalink 22:05:29, von Olaf, 425 Wörter, 583 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Über Klassen

Es gibt keine Regelmäßigkeiten, keine Klassen, keine Wiederholungen, keine Identitäten (besonders letztere sind kaum fallenzulassen: haben wir Identität, mit was sind wir identisch? Mit uns selbst in Vergangenheit und Zukunft: was wir aber wiederum nicht sind, wenn wir uns ändern: also erfinden wir einen roten Faden, ein Ich, eine Konstante: und wir erfinden Eigenschaften und Methoden, änderbare Größen, die keinen Einfluss auf unsere Identität haben (sie allenfalls bestätigen): und wir erfinden das alles: und so erfinden wir uns, denn schon ein Personalpronomen ist eine Unterstellung!). Jede Assoziation ist ebenso falsch (erkenntnistheoretisch) wie lebensnotwendig. Wir können zwar wissen (und zwar und nur zufällig oder mit göttlicher (wenn es das gibt) Wirkung): aber wir können nicht wissen, dass wir wissen (jedenfalls nicht sicher oder nur zufällig oder mit göttlicher (wenn es das gibt) Wirkung): aber es geht hier nicht um Meta-Ebenen. Und ganz und gar nicht um Sprache. Vielleicht eher um das, was mit und ohne Alkohol ganz gleich ist. Wir können die kühne These vertreten, dass (aus eben solchem Zufall wie oben beschrieben) der unscharfe/Trance-/“was auch immer“/meditierte (aktives Wortwendung, lustig) Geist näher an dem vom scharfen/nüchternen/klaren/Alltag-Geist angestrebten Etwas (die Menschen nennen es voll impliziter Unterstellung Wahrheit) dran ist als eben der scharfe/klare/usw. Geist (näher nicht metrisch sondern unscharf/Trance/etc.). Es gibt nur Phänomene, keine Klassen (ist die Welt ein Traum („Idealismus“), was ich nicht behaupte und nicht negiere (oder könnte ich als euer „Objekt“ lustiger Weise sagen „dementiere“?), dann gibt es auch keine (nein: nur viel weniger) Phänomene): wie konnten wir nur darauf kommen es gäbe welche? Gibt es sie für Tiere? Oder gibt es nur mehr und weniger essbares, kombiniert mit Erfahrung von Hunger, Lust, Angst und Schmerz (und was weiß ich noch für – auch nicht existente – Klassen)? Weil es lustig (schon wieder lustig, ich lache fast) klingt zu sagen: es gibt keine Vögel, es gibt keine Menschen, es gibt keine Angst, es gibt keine Berge? Es gibt natürlich Grund zu der Annahme (das fällt uns Modernen ein) es gäbe Elektronen (nicht Kügelchen, aber Objekte mit ihren vielen Eigenschaften, Wellen, Aufenthaltswahrscheinlichkeiten)) und Gravitation: aber ich bestreite das (in jedem Fall könnt ihr es nicht beweisen): weil wir auch hier nach Willkür (!) die Definition der Klasse (Menge) und ihre variablen Eigenschaften trennen, das eine links, das andere rechts, und immer Willkür. Alle Klassen sind Willkür.

Olaf Schreibers Blog

So fängt es an: ich blogge. Es gab immer mal wieder ein paar Leute, denen der Ausfluss eines mit mir identifizierten Hirns gefallen hat, drum teste ich es mal so.

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