Archiv für: Oktober 1999

04.10.99

Permalink 14:14:10, von Olaf, 1144 Wörter, 568 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Dosen (nicht Metall, sondern wie "Dosisse")

"Gib mir meine Dosis" - Musik die ich mag; gleichzeitig mit Wagner: ein Mensch kann zwei vielleicht verfeindete Dinge mögen und sie dadurch verbinden: das gibt es oft in Familien (meist von Frauen ausgehend): so entstehen entsetzliche Abendessen.

Von was gibt es alles so Dosen? Ja, es gibt ebenso viele Dosen "psychischer Energie" wie solche im Supermarkt (und auch im Bioladen: in der Altmetallerzeugung unterscheiden sie sich wenig): an Dosen ist interessant, welcher Anteil der Leben der Menschen aus dem Umgang (Anschaffung und Abbau) von Dosen besteht (PolitikerInnen leiden immer unter den Beschaffungszwang mehrerer davon, sonst geht das nicht); ein paar Beispiele:

  • Bestätigung: Konsolidierung des Ichs (ob es das gibt oder nicht (und was das, wenn ja, überhaupt sein soll) sei mal für einen Moment irrelevant); Spiegelung der Existenz des Subjekts im Objekt (in deren oder dessen Äuglein); Streicheln des Ego; Egomanie; Erhöhung (egal von welchem Level auf welchen Level (aber vielleicht - so vermuten die Moralischen unter uns - immer ausgehend von einem Level unterhalb des gesamtpsychischen Meeresspiegels)) des Ego: wieviele von uns verbringen einen bestimmten ("einen bestimmten": eine lustige Wendung der Sprache: genug für ein eigenes Thema) zeitlichen Teil ihrer Existenz (oder: Nichtexistenz?!) mit der Suche nach "B"? Wie geht sie, diese Suche nach "B"? Und wann ist die Dosis voll (wann bist du voll mit "B" bis obenhin?)? Vielleicht sitzt du in einer Kneipe mit ein paar Leuten oder FreundInnen oder dem dafür gehaltenen, und vielleicht bist du so drauf, dass du lauter Leute gesammelt, hast, die alle dasselbe wollen ("B" nämlich), oder du hast welche, denen die Suche nach "B" fremd ist (die es so finden oder selbst erzeugen), und die du zu manipulieren verstehst wie keineR sonst: mit deinem Humor, der über die Wände des Raumes hinaus glänzt und dich im Spiegel der anderen wachsen lässt, bis du endlich in der Stadt zu sehen bist, auch von Unbekannten (und vielleicht - jetzt wieder psychologielehrbuchhaft - von allzu Bekannten); oder mit deinen Erlebnissen in fernen Landen, die sehr cool und aufregend sind (du magst es dann nicht, wenn andere auch was erlebt haben, was zwar geringer ist als deins, aber dennoch witzig; und sie erzählen es inbrünstig, als wäre es deinem ebenbürtig; und du merkst, dass du deine Dosis wirst teilen müssen heute); oder du bist einE MeisterIn des Understatements (wie es so schöne heisst, seit die psychologische Einsicht ins Ich, Du und Sie/Er und sogar ins Wir und Sie (verpönt ist dann: Ihr) gewinnenden Einzug in unsere vormals scheinbar dröge Sprache genommen hat; dabei hat diese Sprache bereits genug von allem und kann beinahe alles sagen mit ihren vielen verkannten Worten (z.B. "Eindruck," "Ausdruck", "Einsehen", "Entstehen", "Verstehen", usf.)), d.h. du bist in der Lage, ohne die Verwendung realer oder erfundener Ereignisse zu strahlen, indem du deine Möglichkeiten in den Raum projizierst: ohne jede Gefahr, bei einer Angeberei entdeckt zu werden, zimmerst du kleine Häuser mit tiefen Kellern: in diese blickt niemand, das behauptest du gar nicht zu wollen, du lässt andere (deine "Opfer") selbst die Existenz dieser Keller nur erahnen, und noch weniger (noch subtiler) lässt du deinen Kreis Menschen (an denen du saugst) erahnen, welche unendlichen Schätze dort versammelt sind; nur eine geschickt eingestreute Bemerkung, die darauf hinweist: und analysierten sie sie, würde sich nichts ergeben außer deinem Versuch, deine Größe in deiner Bescheidenheit zu verstecken: und der nebensächlichen Tatsache, dass dieser Versuch gerade ein klein wenig fehlschlug; oder du bist weniger mit Intelligenz denn mit Direktheit gesegnet (ich werte nicht! Niemals!) und unterbrichst die anderen sogar, um von dir zu erzählen: was du gerade gemacht hast, wo du warst: ganz direkt! Wie auch immer du es machst: du machst es so lange, bis du voller "B" bist, und dann gehst du beschwingt nach Hause, und im Mittel dauert es zwei bis vier Tage, dann bist du wieder unterwegs. Was ich nicht weiß: wie viele Menschen, wie oft (was ist eigentlich ein "Treffen"?); und: ist das eine Eigenschaft wie die Haarfarbe oder ein Defizit (wenn es so etwas gibt - über die Nichtexistenz von Krankheiten zu schwafeln wäre ein eigenes Thema: was sind Krankheiten, was psychische Defizite (die durch "Entwicklung" und "Einsicht" und "Reife" überwunden oder minimiert werden): Abweichungen der Norm, oder erlaubt das Universum Objektivitäten? Usw.: eigene Themen: großer Komplex: Selbstverständlichkeiten, die keine sind))? Kann die Sucht nach "B" "geheilt" werden, oder ist sie in Wirklichkeit ein Hunger?
  • Entspannung, Fallenlassen, Auflösung: viele Wegen führen dahin, manche tun dem Körper Gewalt an, andere sind anstrengend, weitere langweilig, wieder andere teuer (250.- DM für einen Workshop), noch andere erzeugen einen Kater. Das ist (wette ich !) bestimmt keine Sucht (was ist hier Sucht?: es sei die Suche nach einem Ersatzstoff für den eigentlichen Hunger, weil etwas dessen Stillung verbietet, z.B. eine Neurose, eine Psychose, eine Blockade, eine äußere Gewalt, eine Abhängigkeit, eine Schwäche)), sondern ein gesunder Hunger ("Hygiene der Psyche"): interessant ist nur, welche Mittel zu dessen Erzeugung führen: da ist die Meditation (anstrengend und (für Leute wie mich) irgendwie langweilig (jaja: das ist kein "negativer" Wert, die Langeweile, im Gegenteil, das ist der Schlüssel zu vielem, ich zähle ja nur auf; ich kann sie (Hinweis: die Meditation) nur, wenn mich jemand drängt (z.B. durch einen Zeitrahmen, vor dessen Ausfüllung ich den Raum nicht verlassen darf; außerdem schauen alle anderen zu))); Sex; Drogen (für mich: guter Wein und manchmal etwas Dope): damit wären wir beim Kater: andere vielleicht nicht, aber ich zahle (und das ist nicht selbstverständlich, dass das im Universum so ist, sondern eine wirklich verrückte Tatsache (nur unser christlich konditionierter Schuldinstinkt integriert diesen Fakt so unmerklich!)) für eine durch Drogen (damit meine ich (das muss schon gesagt werden) chemische Substanzen) erzeugte Entspannung zu einem späteren Zeitpunkt einen entsprechenden Betrag "negativer" "Irgendwasse" zurück ("Kater", aber der will hier auch psychisch verstanden wollen); Nachlassen von (vorher erzeugter) Anspannung ("den Rückschwung ausnutzen"); wir sind noch bei Beispielen für Entspannungserzeugungen: mehr fallen mir jedoch nicht ein (vielleicht ist ja auch mal eine Aufzählung vollständig: obwohl: das scheint dem Universum irgendwie zu widersprechen).
  • Erregung: das ist irre: da erzeugt der Körper seine Drogen schon mal selbst; und da müssen Menschen dran glauben für (Kriege: obwohl das mit dem Punkt "Ablenkung" interferiert); hier gehe es um "E" selbst, nicht etwa um ein Mittel für die Erzeugung des bereits erwähnten nächsten Punktes "A"; um "Kick"; Sucht!
  • Ablenkung, Verdrängung: wenn wieder und wieder was von "unten" durchsuppt, helfen Techno, viel Arbeiten, Aufräumen, Kochen, Schokolade, Alkohol, Kino, Quatschen, Computerspiele, Krieg, Drogen, Sex, Wut, uvm.

Aber am "dosigsten" finde ich irgendwie immer noch "B".

Olaf Schreibers Blog

So fängt es an: ich blogge. Es gab immer mal wieder ein paar Leute, denen der Ausfluss eines mit mir identifizierten Hirns gefallen hat, drum teste ich es mal so.

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