Archiv für: 1999

31.12.99

Permalink 16:42:00, von Olaf, 979 Wörter, 577 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Ich sitze hier, am Vorabend des Weltuntergangs, und frage mich: was soll ich tun?

Nicht etwa: was soll ich tun gegen den Weltuntergang morgen, denn der findet vielleicht gar nicht statt; sondern was soll ich überhaupt tun?

Ich liebe es, in diesem Zustand zu sein: mir diese entscheidende Frage stellen zu können, die ich meistens vergessen habe (nicht aber mein Körper, der sich darunter krümmt). Angeblich ist meine Zeit, die noch nicht abgelaufen ist, dennoch verteilt unter Notwendigem: das glauben die anderen, und das glaube ich auch: und wenn das Notwendige Spaß macht, bleibt vielleicht gar kein Zweifel am Ende des Tages kleben. Wenn ich das Geld verdiene, das meine Gene fordern, und vielleicht noch etwas mehr (wie es meine Kultur fordert und meine Bequemlichkeit und mein Neid und mein Wille zur Macht); wenn ich sozial entfaltet bin und auch in diesem Sektor dem Verlangen meiner Gene (oder und meiner Psyche) ausreichend entsprochen habe (Menschen, Liebe, Freundschaften); wenn ich schließlich die (heutzutage scheinbar wenigen, aber noch immer zeitintensiven) körperlichen Notwendigen verrichtet habe (Stuhl, Essen, Gesundheit, Sport, Haare, Nägel, Popel, Zähne, Hygiene); wenn ich dann noch den Mülleimer heruntergebracht habe (als brillantes Symbol für sämtliche Tätigkeiten dieser (zum Beispiel häuslichen) Sparte); wenn ich also all diese Dinge erledigt habe (wir erledigen sie alle, jedeR für sich selbst, mit Ausnahme vielleicht des Mülleimers und des Geldes (das eine macht für den andern oft noch die Frau, das andere für die eine oft noch der Mann - wenngleich erstere zurecht eine Korrektur beider Aufgabenzuordnungen fordert), bleibt mir vielleicht (denn ich wohne in Deutschland und bin kein Yuppie oder Geschäftsmensch (d.h. ich bin nicht meiner Bequemlichkeit, meinem Neid oder meinem Willen zur Macht unterworfen)) noch ein wenig dieser (wie wir gesehen haben: kostbaren) Zeit übrig, am Ende des Tages oder auch mal eine Woche lang oder ein Jahr, je nachdem wie ich mich organisiere oder wie ehrlich ich zu mir bin. Seltsam: in dem Kader der selbstverständlichen Notwendigkeiten fehlen meine (und eure) psychische Intaktheit (was immer das ist und wenn es derlei überhaupt gibt, aber ihr wisst was ich meine) und ebenso der Welt Intaktheit (die gibt es nicht, aber setzen wir das Wort Intaktheit einfach mal an eine neue Position und definieren es als: Zustand, in dem das Objekt noch gerade so überlebt - in diesem (minimalen) Sinne sollte mich der Welt Intaktheit zumindest interessieren, weil sonst alle obigen Sparten, für die ich soviel Zeit aufwände (sic! die neue Rechtschreibung), hinfällig sind: oder aber bin ich Psychot (gutes Wort) und agiere auch so?).

Wie dem auch sei (und wie immer es dazu kommt), ich beende also dieses Jahrtausend mit einem bestimmten Kontingent freier Zeit. Ich nutze sie, um mir die entscheidende Frage zu stellen, die ich, wie gesagt, meistens vergessen habe: was xxll ich tun (xx = {so, wi} - wo, wenn ich hier bin, wo es zu kosmischen Dingen kommt, ist der Unterschied zwischen wollen und sollen)?

Um mich einer Antwort zu nähern, ohne mich zu tief in der unmöglichen Mission, meinen Standort zu ergründen, zu verlieren, messe ich meine psychische Landschaft ein wenig gröber ab: meine Tiefen sind unergründlich (jedenfalls für mich), mein Schmerz scheinbar endlos (ich habe noch nicht so viel erlebt), meine Fähigkeit zur Freude hingegen begrenzt; hier ist es warm und angenehm und gemütlich; irgendwo da draußen (und zuweilen dringt es hier herein, wo es nicht sein soll und wohin es wir - einem Zwang entsprechend - doch immer wieder holen) werden Menschen gefoltert und ermordet, Kinder und Frauen von Männern vergewaltigt, Tiere gequält, es fließt Öl in die Meere, und die Wälder sterben; instinktiv halte ich das Leben für einen seltsamen Traum (als würde ich mich an das Erwachen erinnern); instinktiv glaube ich an die Rettung meiner Seele (und zweifle zur gleichen Zeit: ist die Wahrheit zu schrecklich?); instinktiv glaube ich, verdammt zu sein zum Schmerz (und fühle, dass ich vor einer Erlösung fliehen würde); wie in einem Nebel hoffe ich auf eine wundersame Errettung der Welt (und irgendwo - an der fernen Rändern meines Gehirns, wo ich all die schrecklichen Dinge bin, die in der Welt geschehen - wünsche ich mir ihren Untergang: sehne mich nach der Freiheit der Destruktion (aus derselben Sehnsucht heraus wurden und werden all diese Filme gedreht, die im New York nach dem Atomkrieg, in der Wüste nach der ökologischen Katastrophe, in den Städten nach der Überbevölkerung spielen - etwas in uns sehnt es herbei, anders als seinerzeit die Menschen (manchmal auch die Frauen) die Kriege zu sich holten, aber ähnlich)); diffus treibe ich durch die von den Therapien trockengelegten Sümpfe meiner Vergangenheit und meiner Gegenwart (und ahne ihre Impotenz und ihren Teilcharakter): ich glaube an den Einfluss von Hormonen, Energien und Glaubenssätzen, und weil es drei sind, würden meine Händer gerne arrogant jonglieren (denn was ich denke, fühle und schreibe sind ungewollte Kinder dieser unseligen Trinität, die unserer Vorstellung von menschlicher geistiger und seelischer Freiheit so erbarmungslos ins Gesicht lacht: und haben sie nicht recht? Hat nicht so ein reifer Mensch, den ich in mein Inneres lasse und der sich darin sehr behutsam bewegt und sehr genau sieht, recht, wenn er oder sie meine Motive ergründet und sie mir offenlegt? Wie viele Ebenen hat die Welt? Mehr als ein Mensch, oder weniger? Oder handelt es sich nicht um meßbare, vergleichbare Größen? Will ich Herr dieser Komplexität werden? Nein, ich bin glücklich dabei, ungeordnete Gedanken von meinen Tapeten zu plücken und niederzuschreiben und (ganz psychoanalytisch) auf eine unsichtbare Instanz zu hoffen, die sie sortiert - oder aber sie sind wie ein Rausch und können von Rausch zu Rausch kommuniziert werden, ohne Umweg über die (präzisen, aber beschränkten) höheren Gehirnzentren).

Was also soll ich tun?

04.10.99

Permalink 14:14:10, von Olaf, 1144 Wörter, 588 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Dosen (nicht Metall, sondern wie "Dosisse")

"Gib mir meine Dosis" - Musik die ich mag; gleichzeitig mit Wagner: ein Mensch kann zwei vielleicht verfeindete Dinge mögen und sie dadurch verbinden: das gibt es oft in Familien (meist von Frauen ausgehend): so entstehen entsetzliche Abendessen.

Von was gibt es alles so Dosen? Ja, es gibt ebenso viele Dosen "psychischer Energie" wie solche im Supermarkt (und auch im Bioladen: in der Altmetallerzeugung unterscheiden sie sich wenig): an Dosen ist interessant, welcher Anteil der Leben der Menschen aus dem Umgang (Anschaffung und Abbau) von Dosen besteht (PolitikerInnen leiden immer unter den Beschaffungszwang mehrerer davon, sonst geht das nicht); ein paar Beispiele:

  • Bestätigung: Konsolidierung des Ichs (ob es das gibt oder nicht (und was das, wenn ja, überhaupt sein soll) sei mal für einen Moment irrelevant); Spiegelung der Existenz des Subjekts im Objekt (in deren oder dessen Äuglein); Streicheln des Ego; Egomanie; Erhöhung (egal von welchem Level auf welchen Level (aber vielleicht - so vermuten die Moralischen unter uns - immer ausgehend von einem Level unterhalb des gesamtpsychischen Meeresspiegels)) des Ego: wieviele von uns verbringen einen bestimmten ("einen bestimmten": eine lustige Wendung der Sprache: genug für ein eigenes Thema) zeitlichen Teil ihrer Existenz (oder: Nichtexistenz?!) mit der Suche nach "B"? Wie geht sie, diese Suche nach "B"? Und wann ist die Dosis voll (wann bist du voll mit "B" bis obenhin?)? Vielleicht sitzt du in einer Kneipe mit ein paar Leuten oder FreundInnen oder dem dafür gehaltenen, und vielleicht bist du so drauf, dass du lauter Leute gesammelt, hast, die alle dasselbe wollen ("B" nämlich), oder du hast welche, denen die Suche nach "B" fremd ist (die es so finden oder selbst erzeugen), und die du zu manipulieren verstehst wie keineR sonst: mit deinem Humor, der über die Wände des Raumes hinaus glänzt und dich im Spiegel der anderen wachsen lässt, bis du endlich in der Stadt zu sehen bist, auch von Unbekannten (und vielleicht - jetzt wieder psychologielehrbuchhaft - von allzu Bekannten); oder mit deinen Erlebnissen in fernen Landen, die sehr cool und aufregend sind (du magst es dann nicht, wenn andere auch was erlebt haben, was zwar geringer ist als deins, aber dennoch witzig; und sie erzählen es inbrünstig, als wäre es deinem ebenbürtig; und du merkst, dass du deine Dosis wirst teilen müssen heute); oder du bist einE MeisterIn des Understatements (wie es so schöne heisst, seit die psychologische Einsicht ins Ich, Du und Sie/Er und sogar ins Wir und Sie (verpönt ist dann: Ihr) gewinnenden Einzug in unsere vormals scheinbar dröge Sprache genommen hat; dabei hat diese Sprache bereits genug von allem und kann beinahe alles sagen mit ihren vielen verkannten Worten (z.B. "Eindruck," "Ausdruck", "Einsehen", "Entstehen", "Verstehen", usf.)), d.h. du bist in der Lage, ohne die Verwendung realer oder erfundener Ereignisse zu strahlen, indem du deine Möglichkeiten in den Raum projizierst: ohne jede Gefahr, bei einer Angeberei entdeckt zu werden, zimmerst du kleine Häuser mit tiefen Kellern: in diese blickt niemand, das behauptest du gar nicht zu wollen, du lässt andere (deine "Opfer") selbst die Existenz dieser Keller nur erahnen, und noch weniger (noch subtiler) lässt du deinen Kreis Menschen (an denen du saugst) erahnen, welche unendlichen Schätze dort versammelt sind; nur eine geschickt eingestreute Bemerkung, die darauf hinweist: und analysierten sie sie, würde sich nichts ergeben außer deinem Versuch, deine Größe in deiner Bescheidenheit zu verstecken: und der nebensächlichen Tatsache, dass dieser Versuch gerade ein klein wenig fehlschlug; oder du bist weniger mit Intelligenz denn mit Direktheit gesegnet (ich werte nicht! Niemals!) und unterbrichst die anderen sogar, um von dir zu erzählen: was du gerade gemacht hast, wo du warst: ganz direkt! Wie auch immer du es machst: du machst es so lange, bis du voller "B" bist, und dann gehst du beschwingt nach Hause, und im Mittel dauert es zwei bis vier Tage, dann bist du wieder unterwegs. Was ich nicht weiß: wie viele Menschen, wie oft (was ist eigentlich ein "Treffen"?); und: ist das eine Eigenschaft wie die Haarfarbe oder ein Defizit (wenn es so etwas gibt - über die Nichtexistenz von Krankheiten zu schwafeln wäre ein eigenes Thema: was sind Krankheiten, was psychische Defizite (die durch "Entwicklung" und "Einsicht" und "Reife" überwunden oder minimiert werden): Abweichungen der Norm, oder erlaubt das Universum Objektivitäten? Usw.: eigene Themen: großer Komplex: Selbstverständlichkeiten, die keine sind))? Kann die Sucht nach "B" "geheilt" werden, oder ist sie in Wirklichkeit ein Hunger?
  • Entspannung, Fallenlassen, Auflösung: viele Wegen führen dahin, manche tun dem Körper Gewalt an, andere sind anstrengend, weitere langweilig, wieder andere teuer (250.- DM für einen Workshop), noch andere erzeugen einen Kater. Das ist (wette ich !) bestimmt keine Sucht (was ist hier Sucht?: es sei die Suche nach einem Ersatzstoff für den eigentlichen Hunger, weil etwas dessen Stillung verbietet, z.B. eine Neurose, eine Psychose, eine Blockade, eine äußere Gewalt, eine Abhängigkeit, eine Schwäche)), sondern ein gesunder Hunger ("Hygiene der Psyche"): interessant ist nur, welche Mittel zu dessen Erzeugung führen: da ist die Meditation (anstrengend und (für Leute wie mich) irgendwie langweilig (jaja: das ist kein "negativer" Wert, die Langeweile, im Gegenteil, das ist der Schlüssel zu vielem, ich zähle ja nur auf; ich kann sie (Hinweis: die Meditation) nur, wenn mich jemand drängt (z.B. durch einen Zeitrahmen, vor dessen Ausfüllung ich den Raum nicht verlassen darf; außerdem schauen alle anderen zu))); Sex; Drogen (für mich: guter Wein und manchmal etwas Dope): damit wären wir beim Kater: andere vielleicht nicht, aber ich zahle (und das ist nicht selbstverständlich, dass das im Universum so ist, sondern eine wirklich verrückte Tatsache (nur unser christlich konditionierter Schuldinstinkt integriert diesen Fakt so unmerklich!)) für eine durch Drogen (damit meine ich (das muss schon gesagt werden) chemische Substanzen) erzeugte Entspannung zu einem späteren Zeitpunkt einen entsprechenden Betrag "negativer" "Irgendwasse" zurück ("Kater", aber der will hier auch psychisch verstanden wollen); Nachlassen von (vorher erzeugter) Anspannung ("den Rückschwung ausnutzen"); wir sind noch bei Beispielen für Entspannungserzeugungen: mehr fallen mir jedoch nicht ein (vielleicht ist ja auch mal eine Aufzählung vollständig: obwohl: das scheint dem Universum irgendwie zu widersprechen).
  • Erregung: das ist irre: da erzeugt der Körper seine Drogen schon mal selbst; und da müssen Menschen dran glauben für (Kriege: obwohl das mit dem Punkt "Ablenkung" interferiert); hier gehe es um "E" selbst, nicht etwa um ein Mittel für die Erzeugung des bereits erwähnten nächsten Punktes "A"; um "Kick"; Sucht!
  • Ablenkung, Verdrängung: wenn wieder und wieder was von "unten" durchsuppt, helfen Techno, viel Arbeiten, Aufräumen, Kochen, Schokolade, Alkohol, Kino, Quatschen, Computerspiele, Krieg, Drogen, Sex, Wut, uvm.

Aber am "dosigsten" finde ich irgendwie immer noch "B".

02.09.99

Permalink 00:52:00, von Olaf, 551 Wörter, 590 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Wir erschaffen nichts

Sowas: wir Menschen (jedenfalls ich, und darum geht es wie immer hier) sind nichts als eine schmale Vermittlungsschicht zwischen zwei unbekannten Welten: eine Schnittstelle: sie kann Potentiale realisieren oder auch nicht, und unser Wohl und Wehe hängen ab von dieser Fähigkeit, von der Durchlässigkeit: und vielleicht von nichts anderem außer (das meine ich wirklich) von Dingen wie dem Wetter, Dingen, die von außen auf uns einwirken. Von diesen beiden hängt unser Zustand einschließlich seiner emotionalen Qualität ab: von dem Wetter und unserer Fähigkeit, das in uns entstehende zu gebären. Was meine ich damit?: dass wir nichts schaffen können: was durch uns hindurchgeht (wie ein Orgasmus, eine Idee, ein Kunstwerk), erscheint nur als eine Schöpfung, ein Erzeugnis unseres Selbst: Illusion: denn es kommt von unten und geht nach oben, nicht mehr: alles kommt aus Arenen (nur teilweise aus psychischen Landschaften), die wir nicht erkennen noch beeinflussen können (wir können sie nur ‚freilassen', durchlässig (ha: ‚lässig') sein, osmotisch): aus dem sogenannten (von wem eigentlich?) Unbewussten, Unterbewussten: eine Idee entsteht durch Entspannung oder Anspannung oder "einfach so" (hergekotzt): aber sie wird nicht wie eine Legoburg erzeugt: der Einfluss (ein schönes, passendes Wort (wie sehr sehr viele deutsche Wörter: tiefgründig und seltsam passend, wenn sie aufgelöst werden und auch schon vorher)), den wir ausüben können, ist beschränkt: wir erzeugen Möglichkeiten, aber niemals die Idee selbst; wir bereiten dem Orgasmus eine Bahn, aber wir erzeugen ihn nicht: er kommt aus uns heraus und dringt nach oben und ist dann weg, aber wir haben ihn nicht zusammengesetzt wie zwei Legosteine zu einer (zugegeben bescheidenen) Legoburg. Mit einem Wort: wir sind Beamte!

Nein, das war mir nicht klar, und etwas in mir wehrt sich dagegen (nicht nur, weil es uns vielleicht unbedeutend macht und in irgendwelche Akzeptanz schiebt (fast schon Mode: Akzeptieren)): manchmal ist mir ein gequältes Etwas, eine falsche Musik, eine schlechte Poesie, die aber aus der Vermittlungsschicht (dem Menschen selbst) kommt und nicht aus dem Unendlichen Ganzen, lieber als Schönheit und Wahrheit und Perfektion: was ich damit genau meine? Langsam finde ich den Gedanken bestechend: das Wenige zu hüten und zu betrachten, das Menschen wirklich originär schaffen können: immer ein gezwungenes, uninspiriertes, schlichtes, gewolltes Etwas. Gezwungen und gewollt und gar nicht wunderbar oder wunderschön oder stimmig oder genial, aber originär. Ein unbekannter Wert: jemand erzeugt etwas aus dem Willen heraus, dass es eigen ist: mithin nicht mittels Ausschaltung des Bewusstseins (wie es gelehrt wird: "bring deine Gedanken zum Schweigen"), sondern durch gewollte Entkräftung jeder unbewussten Regung, Erregung und Eingebung: dass ja nichts von unten und damit nicht von jenem kleinen Selbst komme, dass ich wirklich bin (auch wenn ich, das kann mir angerechnet werden, den Rest verwalte, und dies gut oder schlecht oder so wie alle: ganz schlecht).

Die Geringsten unter uns (ja, schmunzelnd mache ich Anleihen aus der (auch hinsichtlich ihrer historischen Qualität durchschnittlichen) Bibel) können, geht es um Ureigenes, dasselbe schaffen wie die Besten: denn diese sind nur die besseren Säuger, die aus den unergründlichen Tiefen (und wäre es das Zimmer nebenan: wir könnten nicht hineinschauen) immer neue Kunstwerke, Wissenschaften, Poesien und weitere Quasi-Intuivitäten hervorpoppen.

31.08.99

Permalink 22:24:21, von Olaf, 2486 Wörter, 576 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Der Tag der Offenbarung

Von all den Endzeit-, Untergangs- und Katastrophenmythen, die für die Jahrtausendwende und die Zeit danach angekündigt sind, finde ich wenige reizvoll: ohnehin nicht im perspektivischen Sinne: ich möchte nicht verbrennen oder mit 20 anderen (die von allen die letzten sind) unter einer Eiche sitzen: aber auch nicht von ihrer inhaltlichen Qualität: wir sterben, und die Erde brennt, aus dem Meer steigen Ungeheuer, der Anti-Christ kommt, Asteroiden knallen auf die USA, die reagieren mit Atomkrieg: das ist schrecklich, aber nicht unnormal: viele Menschen erleben derlei in ihren Wohnorten bereits: sie sterben, sie verbrennen (Gasexplosion), sie werden umgebracht, massakriert: all das gibt es: sollte die Qualität des Weltuntergangs lediglich darin bestehen, daß das Ausmaß größer (ok: viel größer) wird?

Phantasielos!

Langweilige Mythen: alles wird einfach ziemlich schlimm. Viele Tote, irgendwo irgendwelche Viecher, die fies aussehen und aus dem Meer steigen; Schwefel, der vom Himmel fällt. Aber all dies ist nicht neu (schaltet mal die Nachrichten ein).
Eine der wenigen schönen Dinge an der Bibel ist, daß "Apokalypse" "Offenbarung" heißt, auch "Enthüllung" (ok, es heißt auch "Grauen", "Untergang"): dies ist nichts neues und gehört zum gerne zitierten Wortschatzwissen des Bildungsbürgertums, aber ist dennoch schön (niemand kann wirklich Worte oder Schönes vernichten durch seine oder ihre Blödheit: will sagen, dadurch, dass einem Nazi etwas gefällt, ist dieses Etwas noch nicht schlecht: ein verbreiteter Irrtum,der sich immer wieder in unsere Instinkte schleicht). "Apokatastase"; weniger bekannt, ist sie soviel wie die Wiederkehr der allgemeinen Vollkommenheit zur Weltendzeit: auch das erwarten einige (ich nicht).
Ich möchte mich (denn Ich ist um was es hier wie immer geht) meiner persönlichen Variante zuwenden, die ich instinktiv für wahrscheinlicher (und zunächst schrecklicher, weil ich davor wirklich Angst habe, jene tiefe Angst nämlich, die mich ausmacht und meinen Charakter gestaltet; und nicht die gesunde Angst, die wir haben, wenn ein Leopard oder ein Wildschwein ziemlich sauer daher kommt) halte als die (von den Leuten mit den Schildern, den ChristInnen und ein paar anderen) propagierten Versionen der Endzeit: einem (leider vielleicht leicht moralischen) "Was-Wäre-Wenn" ("WWW", darum auch "www.olafschreiber.de", "Was-Wäre-Wenn.OlafSchreiber.doch-er-selbst-wäre?"):

Was Wäre Wenn die Apokalypse die Offenbarung aller Taten, Gedanken und Gefühle aller Menschen wäre?

Wenn alle Taten, Gefühle und Gedanken von göttlicher Hand im Internet (www.taten-gedanken-und-gefuehle.god – ja, unter einer eigenen gTLD) veröffentlicht würden, einzusehen für alle Interessierten, praktisch die finale Prüfung, das jüngste Gericht, die terminale Rechtfertigung, die Zwangsbeichte etc...

Was wäre dann? Legen wir uns hin und phantasieren und lernen (etwas über uns). Betrachten wir die Ebenen der Offenbarung, die Felder, in denen sie wirkt...

Auf der politischen Ebene
Wir könnten unter www.search.god nachschlagen unter "Kennedy and murder" und erhielten vielleicht die ganze Story von CIA, Oswald (in die Schuhe geschoben) und den Illuminaten – vielleicht. Wir könnten suchen nach "RAF and dritte and Generation" und würden herausfinden, wir der BND die dritte Generation der RAF erfunden hat, wie die Öffentlichkeit getäuscht wurde, wer sich täuschen ließ, wer den Mund gehalten hat und warum solche dreisten Lügen möglich sind. Wir würden herausfinden, wieso die schmutzigsten Geschichten in Büchern veröffentlicht und belegt werden können und dies keine oder kaum Folgen hat (außer es wird in die Öffentlichkeit geprügelt). Wir könnten die Geschichte all der Kriege herausfinden, die Machtinteressen. Von hier ausgehend könnten wir uns tiefer in die Persönlichkeiten der Mächtigen hinein hyperlinken und alles herausfinden: die ganze schreckliche Geschichte der Menschheit, all die Lügen der Führer, die Verbrechen der Völker, deren Kinder wir sind und von denen wir protestierend profitieren. Was für eine Wohltat wir erleben könnten (wären da nicht die anderen Aspekte der Offenbarung) : endlich Gerechtigkeit. Endlich!
JEDER gefolterte Mensch würde namentlich erwähnt, zusammen mit den Namen seiner Peiniger (hier genügt die männliche Form), mit detaillierter Darstellung der ihm angetanen Grausamkeiten (nein: die Offenbarung wirkt so tief, dass sich die sensationsgeile Masse nicht hieran aufputschen, aufwerten oder sexuell erregen kann).
All die Tiere, die in den zivilisierten aufgeklärten Ländern, die in einem süßen Kanon die Greuel des Dritten Reiches verurteilen, auf der Fläche ihrer eigenen Größe dahinsiechen und schließlich hingerichtet werden (und – aufgrund von EU-Subventionen – weggeschmissen, oder beim Fleischer weggeschmissen (weil sie niemand kaufte) oder in schlechten oder guten Gerichten zu dekadentem Fraß (siehe auch hier) transformiert werden), werden mit einem Foto dargestellt, ihre individuellen Charaktere ("Porky war voller Sehnsucht") ausführlich geschildert und schließlich mit der Liste der Namen und Adressen all der Menschen, die sie gekauft, gefüttert, gequält, verspottet, ausgewählt, künstlich befruchtet, mit Antibiotika versehen, die 1.500 km zum Schlachthof gefahren, getötet, abgepackt, gestempelt, gekauft, gekocht und schließlich verzehrt haben, im Internet veröffentlicht.

Jegliche Korruption wird im Internet nachzulesen sein. Alle Lügen, alle Wahrheiten, die Fakten unterschlugen, alle jämmerlichen Berichte über nichts werden aufgeschlüsselt.

Imagine this: ALLES Wissen, jegliches Geschehnis, jedes Geheimnis wird offenbart und, praktischerweise, im Internet veröffentlicht. Ein paar Leute haben schon vorher darauf hingewiesen, dass es gut wäre, derart zu leben, dass einer/einem dies nichts ausmachte.

Auf der persönlichen Ebene
Hier wird es hart. Unsere vielen, vielen, vielen kleinen und großen Lügen, unsere Phantasien werden offenbart, über das Internet zur Verfügung gestellt. Sucht nach "olaf and schreiber and phantasien", und ihr werdet alles wissen. Tippt eure eigenen Namen ein, und ihr werdet die Augen schließen wollen. Lest, was ihr immer wußtet, aber niemals wach im Bewußtsein haben wolltet, niemals aus seinem dämmerigen Sumpf befreit wissen wolltet. Könnt ihr euch ausmalen, was sein wird, so grenzenlos und frei? Ihr werdet lesen, wie ihr in eurer Beziehung verharrtet aus Bequemlichkeit und Angst, wie ihr die Berührung dieser und jener Person gesucht und genossen habt und dann geflohen seid, wie ihr töten wolltet, quälen, wie ihr haßtet.

Die Menschen, die bei euch damals im Mai zu Besuch waren, werden endlich lesen, daß ihr froh wart, als sie wieder gingen, sie werden über sich selbst lesen, wie sie das eigentlich in euren Augen gesehen haben und sich nicht eingestehen wollten.

All ihr Frauen, die ihr an euren Männern haften bliebt, obwohl ihr um ihre Idiotie und ihren Narzissmus wusstet (selbst schuld?: ihr wart zu schwach, obwohl ihr wusstet – haha: Wissen ist Stärke nicht!). „O Karl, es ist so schön mit dir...“ (meint: "Bitte lass mich nicht allein").

All die Momente, in denen ihr (wir!) in Phantasie getränkt durch die Straßen liefen in der Hoffnung auf eine andere Realität, müssen wir bezahlen (wir hätten doch lieber gleich meditieren sollen).

All die paranoiden Aktionen unserer Eltern, die wir unterstützten, weil wir ihnen ihren Irrtum nicht in die Augen sagen konnten – wie sie unsere Seelen verbrauchten, um ihre eigene Unrast zu besänftigen.

All die Momente, in denen wir mit viel Geschick schleimten und falsch Zeugnis ablegten... (wir wollten die Sache, den Job, den Menschen unbedingt haben).

All die "kleinen" Kleinen KLEINEN Lügen, die winzigen Unwahrheiten zwischen Tür und Fluchtweg, die "Ich hab dich angerufen, aber es war immer besetzt", die "das war ein richtig geiler Urlaub, ging’s uns gut, ach ja", die "Hach ist das schön hier", die sorgenvollen Mienen, wenn andere – Freunde – uns ihr Leid erzählen (gar nicht unbedingt klagen), Freunde, die wir mögen und wollen und denen wir deswegen zuhören, obwohl wir kein Interesse haben ODER uns ihr Leid freut (ja: hier bitte mal so richtig ehrlich sein).

All die "Ich hab alles versucht!"...

Lest dann eure eigenen Phantasien nach: mit wem hätte ihr gerne verkehrt? Von wem wärt ihr gerne bewundert worden (was sagt das über euch aus?)? Welche Personen tauchten, bereits kurz nachdem ihr mit dem Mann/der Frau eures (sinnlosen) Lebens zusammengekommen wart, in euren sexuellen Phantasien auf? Was hättet ihr gerne erlebt (ging aber nicht, weil)? Was hat euch WIRKLICH gefallen (ohne dass es einer Idee des guten Erlebnisses bedurfte)? Was wäre Kontakt gewesen?

Und dann – endlich – die Zukunft nach der Offenbarung
Der tausendjährige Frieden

Endlich keine Lügen, keine Verstrickungen mehr. Wir sind durch schlimmste, peinlichste Enthüllungen gegangen und endlich aufrichtig. Wir haben den Menschen ins Gesicht gesehen, die wir damals belogen haben, denen wir nicht sagen konnten, dass wir sie nicht liebten, denen wir ihre Verfehlungen nicht erklären konnten, weil wir sie nicht verlieren wollten. Unsere Seelen entspannen sich, unsere Körper entkrampfen. Unser Gewissen wird zum überflüssigen psychologischen Organ (ihm kann nicht mehr schlecht werden). Manche Menschen haben schon Zeit ihres Lebens so gelebt. Warum haben wir es nicht vorher geschafft, uns und andere nicht mehr zu belügen? Es war doch gar nicht so schlimm. Einige Wochen völlig fertig in der Ecke hängen, dann sich ganz leicht fühlen. Warum sind wir lieber ganze Leben lang mit diesen Gewichten auf unseren Schultern herumgelaufen und haben unsere Tage ruiniert?

Eigentlich gibt es diese potentiellen Webseiten, von denen ich hier schreibe, schon lange: jedes gute Buch ist so eine:
jedes gute Buch ist eine Entschlüsselung des Alltags
(in dem sich die wahren Zustände der ProtagonistInnen spiegeln); es ist beschäftigt mit der Betrachtung der wirklichen Zusammenhänge. Jedes schlechte Buch ist konstruiert aus Moral, Wunschdenken oder füttert mittels Bestätigung und Lüge unser Streben, der Apokalypse zu entgehen.

Auf der kosmischen Ebene
Wir könnten die ganze Wahrheit wissen (all die Fragen der Pubertät und der später noch Lebendigen):
Gibt es das Nirwana? Gibt es Gott? Sind wir unsterblich? Werden wir wiedergeboren, und wenn, was behalten wir dann von unseren früheren Leben? Werden unsere Erinnerungen in einer riesigen Datenbank gespeichert, und können wir eines Tages darauf zugreifen? Ist Zeit eine Illusion? Ist Zeit absolut? Können wir aus der Zeit hinaustreten? Sind wir aus der Zeit ausgestiegen, wenn wir tot sind? Was war vor der Zeit? Suchen wir uns unsere Eltern aus? Wählen wir unser Schicksal? Haben wir einen freien Willen? Wenn ja, wie kann das gehen? Was ist der Sinn des Lebens? Ist er gegeben, oder können wir ihn uns aussuchen? Ist das Universum logisch? Gibt es Außerirdische? Ist Gott ein Mann? Wenn ja, was macht Ihn zum Mann? Ein Penis? Wenn er einen Penis hat, wo tut er ihn dann hin? Onaniert er? Wenn er keinen Penis hat und ein Mann ist, warum ist die Kirche dann gegen Transsexuelle? Wenn er eine Frau hat, wer ist es? Maria kann es nicht sein, denn wenn er sie gefickt hat, dann ohne Verwendung seines Schnullibert (denn sie ist Jungfrau).
Ist Mathematik naturgegeben oder erfunden, oder ist die Natur erfunden und mit ihr die Mathematik? Was sind die kleinsten Teilchen oder die fundamentalen Energiematrizen? Müssen wir durch Leid gehen, um zur Erleuchtung zu kommen? Machen wir die Realität selbst, oder machen wir nur unsere Realität? Gibt es andere Menschen außer uns? Bilden wir uns alles nur ein? Wenn wir uns alles nur einbilden, warum sind wir dann in unseren Träumen so durchschnittlich und so wenig heldenhaft? Kann es überlichtschnelle Raumfahrt geben? Gibt es eine objektive Realität? Ist der Islam wahrer als das Christentum oder genauso beknackt? Können widersprüchliche Wahrheiten gleichzeitig existieren? Gibt es eine mathematisch-physikalisch-naturwissenschaftliche, korrekte Weltformel? Ist der Orgasmus etwas Kosmisches, oder soll er uns nur zur Fortpflanzung animieren? Schützen uns Gesetze vor uns selbst, oder würde uns Anarchie in eine innere Wahrheit treiben, die nach außen dringt und das Zusammenleben reguliert? Sind Frauen anders als Männer, von biologischen Fakten einmal abgesehen? Welchen Einfluß hat die Biologie auf das Bewusstsein? Gibt es Schicksal? Ist der Untergang der Menschheit vorherbestimmt gewesen? Können wir schuldig sein, und wenn ja, vor wem? Oder können wir nur vor uns selbst schuldig sein und uns selbst vergeben? Warum macht diese Betrachtungsweise soviel Sinn? Was ist Musik, und warum kann sie schön sein (wie kann eine Folge von Vibrationen solches Entzücken hervorrufen)? Warum habe ich mich an mich selbst zwar gewöhnt, bin aber nicht wirklich mit mir identifiziert (wenn ich GENAU in den Spiegel sehe, merke ich, dass ich ein anderer bin)? Wann ist etwas gut? Warum kann zwischen Gut und Schlecht oder auch Gut und Böse unterschieden werden? Gibt es prinzipielle Unterschiede zwischen Gute und Böse? Sind Gut und Böse antagonistisch? Sind Gut und Böse analog? Gibt es Gut und Böse? Warum, wenn es Gut und Böse gibt, finden böse Menschen das Böse dann nicht offiziell gut (sondern haben eigene, wenn auch unbewußte Vorstellungen von jenen Strukturen)? Sind Gut und Böse in ihrem Gegensatz (ist dieser dialektisch) der Motor des Universums und somit notwendig (ist also auch das Böse gut?) (und das Gute böse?)? Ist die Zahl ZWEI wirklich etwas besonderes? GIBT es Gegensätze? GIBT es etwas "Benanntes", oder handelt es sich bei allem Existenten um im weitesten Sinne geometrische Figuren, denen WIR Gestalt und Namen und Bedeutung geben? Sind Raum und Zeit quantisiert? Gibt es etwas (egal was) Unendliches? Warum lachen wir? Impliziert jedes Lachen die Verletzung einer Entität oder eines Wesens? Warum schlafen wir? Ist das Gewissen ein REINES Artefakt, oder hat es Verbindung zu einer kosmischen Moral? Gibt es Moral (oder nur die, die wir erfinden)? Gibt es Geister? Gibt es Zeitverschwendung? Warum sind wir?

Und nun ICH:
Hier, auf diesem freien Weiß, könnte ich anfangen. Jenseits der Möglichkeit des Exhibitionismus (die das Internet heute bietet und die ich für meinen Gedankenstrull ausnutze) liegt die Chance, dieses Weiß (die Stellen auf der Seite, die hinter denen kommen, die ich gerade vollschreibe) zu füllen mit meiner eigenen Wahrheit, einer gesammelten Aufrichtigkeit, einer privaten oder eher persönlichen Apokalypse. Ich sitze hier und weiß alle diese Dinge: ich KÖNNTE wahr sein. Ich könnte alles sagen, und das würde meine Seele befreien (DIES ist gerade der Sinn der Beichte, die später die Psychoanalyse wurde). Warum reicht es nicht, das alles zu denken? Warum sollte die Rede, die geronnener Gedanke ist, befreiender sein als die Mitteilung: nur weil wir von 2.000 Jahren Leidensmythen indoktriniert sind? Warum will ich mich (mit)teilen? Einer Welt, in der es vor Schwachsinn wimmelt und deren schwachsinniger Teil ich bin?

Für den Moment borge ich die Rhetorik schwachsinniger PolitikerInnen und behaupte: diese Fragen werden zu klären sein.

Aber ich halte mich glücklich in einer Feststellung auf, wohne vielleicht darin, die ich mit euch (den wenigen, die in der Weltgeschichte diese Zeilen mit mir erleben) teile: wir können alles denken.

03.08.99

Permalink 00:30:00, von Olaf, 333 Wörter, 553 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Über die Entstehung meiner Phantasie

Was wir haben sind Phantasien: weil unsere Leben letztendlich so leer und unbedeutend, so wiederholt und kopiert sind, daß ihr Inhalt nur in schwachen Stunden, vielleicht alkoholisiert, dumpf oder in sonstiger Euphorie erträglich erscheint (ja, vielleicht gibt es die Ruhe, in der wir über den Dingen schwebend, akzeptierend, das Kleine liebend, mit uns im Reinen sind: aber nicht für mich, und schon gar nicht bald, schon gar nicht als Perspektive, nur als trügerische Hoffnung, die mich über den Tag hievt...). Ich war in Mitte, zur Montagsbar, nach dem Badminton mit Matthias, und mir (und auch uns) fiel die Art der herrschenden Gespräche auf, die der Tischnachbarn und unsere eigenen: ihre Semantik, die Formulierungen, der Tonfall: alles geklaut, alles schon gewesen, alles Abklatsch einer herrschenden Kultur. Die Kleidung selbst der ausgefeiltesten Leute ist zurückführbar auf den sogenannten Zeitgeist: und was macht's? Es ist nur schön, diese Dinge zu wissen.

Mein persönliches Leben, das inmitten dieser Welt Atemzüge zu tun versucht, ist davon betroffen: ich suche Lösungen. Manche gebiert meine Bitterkeit, die sich hervordrängt, allem was ich habe zum Trotz: beinahe psychotisch traktieren mich blödsinnige Sehnsüchte: werde ich neidisch auf Zeug, das mir hier zu peinlich ist zu erwähnen (na, so schlimm ist es auch nicht): was andere haben, was ich will, weil ich damit eine Erlösung verbinde: und gleichzeitig weiß, daß es diese nicht ist, die ich suche. Wieviel Zeit ist mein Organismus mit längst durchschautem Unsinn beschäftigt, der an der geistigen Oberfläche herumturnt? Achtzig Prozent?

Weil das Leben meine tiefen leeren Töpfe nicht füllt, und weil ich noch nicht gelernt habe, auf den Versuch der Füllung zu verzichten, erzeugt eine offensichtlich intelligente und von mir selbst auf seltsame Weise halbgetrennte Instanz meines Organismus Phantasien. Manche erscheinen als Tagträume (oft solche, die mir Selbstbestätigung geben, weil ich tolle Dinge erreiche), manche als Möglichkeiten, die wesentlich Fakten des Universums erklären.

02.08.99

Permalink 23:11:13, von Olaf, 709 Wörter, 585 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Wie des Menschen leben funktioniert - Wie es kommt, daß manche Menschen mehr Glück im Leben haben als andere, daß sie besser aussehen, mehr Geld haben, mehr Sex, berühmter sind, cooler sind, bessere Eltern haben, einen angenehmeren Job haben, nicht gefoltert werden, mehr FreundInnen haben usw.

Und daher kommt es:

Bevor die Menschen geboren werden, erhalten sie entsprechend dem Guthaben ihres Karmakontos eine Anzahl Gutscheine, die gegen bestimmte Aspekte ihres zukünftigen Lebens eingetauscht werden können. Für jede Tier-, Pflanzen oder Geisterrasse gibt es ein bestimmtes Intervall an Karmapunkten, die die Leute (oder auch Tiere oder Pflanzen oder Geister oder vielleicht Steine) haben müssen, um als solche reinkarniert zu werden (für eine Giraffe brauchen wir 2.000 Punkte, jeder Zentimeter Hals schlägt mit 30 zu Buche; um als Baum geboren zu werden, brauchen wir 1.800 Punkte, als Grashalm lediglich 10). Deswegen unterscheiden sich beispielsweise die Menschen, die auf der Erde leben, nicht allzu sehr voneinander, was die Summe ihrer Qualitäten angeht: hier finden wir nur Individuen, die zwischen 3.800 und 4.050 Punkte angesammelt haben. Affen (und viele andere höhere Tiere) liegen bei 3.200 bis 3.799, manche (wie Yetis und Blauwale) bei über 4.500 (was der überheblichen Idee, der Mensch sei die Krone der Schöpfung, widerspricht).

Betrachten wir die Menschen: Bevor wir geboren werden, erhalten wir eine Art Fragebogen, auf dem wir die Punkte für unser künftiges Leben dessen einzelnen Aspekten zuweisen können. 3.500 Punkte brauchen wir allein für die Reinkarnation als solche: dies sind die Grundkosten (wir könnten wählen, als Tier wiedergeboren zu werden, aber das minimiert unsere späteren Aufstiegschancen - außerdem will das niemand, weil Tiere heutzutage gejagt und ausgerottet werden oder in der Massentierhaltung enden. Lediglich Hunde und Katzen sind begehrt). Von der verbleibenden Punkten könnten wir 50 Punkte für unser Aussehen aufwenden, 100 für unsere Intelligenz, 20 für unsere Musikalität, 40 für unsere Gesundheit, 50 für unseren Wohlstand, 70 für unser Lebensglück, 80 für die Möglichkeiten spiritueller Entwicklung, die sich in unserem Lebenslauf auftun werden (ja, diese Wahl geschieht jenseits der Zeit), 10 für unsere Eltern, 30 schenken wir dem Universum als Dank für unsere Existenz (sowas geht auch - und kann sich auszahlen wie bei einem Adventurespiel (denn das kann das Leben sein: die Computerei bringt es auf den Punkt)), 10 für unseren Humor, usw., und ganz schnell haben wir unser Kontingent aufgebraucht. Was wir wählen, ist eine Frage der Taktik und dessen, was wir eigentlich wollen. Vielleicht wollen wir im einen Leben eine schnelle spirituelle Entwicklung (und nehmen dafür eine Menge Streß in Kauf), in einem anderen aber entspannen (Wohlstand haben, gut aussehen, aber dafür eine ziemlich Null sein, oder ein Arschloch). Vielleicht wollen wir uns verewigen und setzen 300 Punkte auf eine gewaltige musikalische Fähigkeit, sterben aber mit 30 und haben zeitlebens Depressionen, während wir unter starker gesellschaftlicher Ablehnung leiden. Vielleicht verteilen wir die Punkte so, daß wir herzenswarm und ein bißchen doof sind, weil das ohne Risiko, aber mit Streß und eher langsam, weitere Punkte ansammelt. Wir können auch abgefahrenere Deals machen: wir sehen gut aus, sind wohlhabend, spirituell gut drauf, intelligent, haben intensive Gefühlserlebnisse (alle Leute beneiden uns), laufen aber ständig auf des Messers Schneide, weil das, was wir suchen, nicht von dieser Welt ist: wir haben alles auf eine Karte gesetzt: vielleicht haben wir aus einem zukünftigem Leben etwas geliehen. Wer sein Leben vernünftig lebt oder ein riskantes Leben gut meistert und am Ende neue Punkte hinzugewonnen hat (was nötig ist, weil bei der Abgabe des Körpers - die wir als Tod bezeichnen - nicht alle 3.500 Punkte wieder gutgeschrieben werden, sondern pauschal 10% abgezogen werden. Wer nur Blödsinn macht, kann es demnach schaffen, danach nicht wieder als Mensch auf die Welt zu kommen), kann sich im nächsten Leben vielleicht mehr Schönheit, Libido oder Geld leisten. Wer über 4.050 Punkte kommt, braucht nicht wieder als Mensch auf diese Welt (in seltenen Fällen machen es doch manche, und zwar aus komplexen kosmischen Gründen, die ich hier nicht abhandeln darf). Das Nirwana wird bei 6.666 Punkten erreicht (bei 6.000 Punkten weniger müssen wir in eine Art Zwischenhölle).

Alternativ zu dieser Phantasie könnte angenommen werden, daß wir unsere Punkte nicht selbst verteilen können, sondern die Zuordnung von anderer Seite geschieht oder zufällig ist. Oder es gibt gar keine Punkte und kein Karma, und alles ist ohnehin zufällig. Oder es ist weder nicht zufällig noch zufällig und hat auch keine Hierarchien (wie die mit den Punkten).

10.06.99

Permalink 00:30:00, von Olaf, 1410 Wörter, 573 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Die wertvolle begrenzte Zeit

Zu betrachten, was an einem bestimmten, aber beliebigen Tag geschehen ist, ist aus unter anderem folgender Perspektive aufschlußreich für die eigene Empfindsamkeit hinsichtlich des Verstreichens der eigenen Zeit: wenn letztere wertvoll, selten oder gar einmalig ist (welches der drei ist Sache einer für mich unsichtbaren, aber vielleicht vorhandenen Realität), erscheint die Ansammlung der Dinge, die ich an jenem Tag unternehme oder unterlasse, völlig verzerrt. Will sagen (hier erfolgt der Versuch, die Sprache etwas weniger verschachtelt anzugehen, was für mich aber gleichzeitig bedeutet, sie von meinem Denken zu entfremden ("entfremden" ist typische "Neusprach")): wenn ich eine Position in der Nähe von "mir selbst" einnehme, indem ich mich innerlich "zurücklehne", empfinde ich die an einem Tag unternommenen oder unterlassenen Dinge als absurd, als zu wenig, als irrelevant und als "an der Sache vorbei" (welcher "Sache"? Siehe all diese Texte!). Mache ich mich dann etwas "weicher" und "kalkuliere" den "Faktor Streß" mit ein, der eigenproduziertes Gift aus dem eigenen Realitätsverständnis in den eigenen Körper pumpt, finde ich die Dinge zusätzlich liebenswert, als Teil von dem was ich ("zur Zeit") bin, als Instanz meiner gegenwärtigen Möglichkeiten. Schaue ich dann schärfer, finde ich den fehlenden Willen (eher als die fehlende Kraft), jene Möglichkeiten anders zu realisieren, das heißt als näher an dem stehend, was ich sein möchte, wenn ich "bei mir" bin. Diese Spaltung ist unüberwindbar (dieser ganze Satz ist "Neusprach"): ICH als Instanz meiner Möglichkeiten bin etwas anderes als meine Möglichkeiten. Ein weiteres (überwindbares, aber vorhandenes) unscharfes Element sind die faktischen Notwendigkeiten, die aus allen Bereichen bestehen, die wir Leben nennen, plus aus jenen Bereichen, die die Wissenschaft kategorisiert:
Ernährung, gesellschaftliches Leben (d.h. FreudInnen), Zerstreuung, Triebe, Neugier: aus erwähnter Perspektive Dinge derselben Art, die sich erfüllt wissen wollen und die ich liebevoll akzeptiere, mir selbst verzeihend, daß ich diese wenigen wertvollen Jahre (aus denen mein gegenwärtiges Leben besteht) nicht einzig und allein der Suche nach dem widme, was ein Maximum an Relevanz für mich besitzt: sondern statt dessen wirr durch Zeit und Raum reise und dies und jenes tue und mache. Was ist nun dies und jenes? Was sind (um in dem Bild zu bleiben, dessen Formulierung eine Folge meiner Computertätigkeit ist: wie muß es wohl sein, völlig anders zu denken?) die Instanzen der Klasse "Dieses und Jenes", der Klasse all der Dinge, die für mich nicht die maximale Relevanz haben, sondern "faktische Notwendigkeiten" sind?: auch wenn die Grenze unscharf sein kann und vieles sich als vorteilhaft erweist, was einst sinnlos schien: ein Teil von mir verharrt in dem (aus wieder einer anderen Perspektive gesehenen) seltsamen Gedanken, daß eine bewußte Anstrengung, ein ehrlicher Versuch, eine gezielte Bemühung Früchte trägt und sonst gar nichts (schon gut: da mischt sich leidendes Christentum mit hinein: ich sollte die Verhältnisse, in denen meine Wirklichkeit besteht, nicht so lässig einordnen, aber ich bin wie immer müde...).
Das ist einmal vier Stunden Perl lernen, davon eineinhalb Stunden für die Suche nach einem vergessenen Semikolon investieren: das Studium von Artefakten: Jura (als Paradebeispiel dafür) habe ich immer für einen Alptraum gehalten (ohne es (mit einer kuriosen Ausnahme und einer normalen Ausnahme (Arzneimittelrecht die erste und Mietrecht die zweite)) jemals betrieben zu haben), weil hier von Menschen gemachte (und dazu noch durchgedrehte) Strukturen von anderen (und denselben) Menschen gelernt werden (schon gut: eine Philosophie, eine Menschlichkeit steht auch dahinter oder will es manchmal). In der Computerei ist das ähnlich: nur finden sich dort mehr Strukturen (mathematisch-logische), deren Ursprung mir nicht ganz klar ist (Mathematik wird zuweilen für eine reine Geisteswissenschaft gehalten (aber ich will das Kategorisierungsgerassel hier nur soweit betreiben, als es mich primär betrifft)) - und dies in saubererer Form als in der Physik, die ihre Effekte nur selten pur antrifft (ich habe das studiert): in der Summe ist die Computerei, der ich also sehr sehr sehr viel Zeit widme, für mich (wieder aus besagter Perspektive (bitte: zu vielen anderen Stunden sehe ich alles anders als zu dieser)) eine Melange einiger "faktischer Notwendigkeiten": Ernährung (und das mit Komfort, Überfluß und Luxus), Zerstreuung (ich kann etwas tun, mich von dem "Relevanten" ablenken, und dies wegen der "Ernährung" gerechtfertigt, ich muß die "Ernährung" als Rechtfertigung benutzen, weil ich zu steif bin, zu ängstlich, zu geprägt von einer mir eigenen asketischen Lebenshaltung (ja, dies ist wirklich wahr), um mir die kindliche Bastellaune (die übrigens auch Frauen eigen ist, aber weniger zum Vorschein kommt, weil Frauen oft die Verantwortung für lebensrelevante Dinge "überantwortet" wird, vor denen Männer sich wegen ihrer sagenhaften Fähigkeit zur Distanz drücken), die Herausforderung oder was auch immer zu gönnen), Beruf (in der Welt ein "Fakt" sein, eine Existenz). Inwieweit es sich um "Berufung" handelt, kann ich noch nicht abschätzen, zumal sich in den meisten Jahren meiner Existenz alles in mir dagegen gewehrt hat: inwieweit "Berufung" Teil der Klasse der wirklich "relevanten" Dinge meines Lebens ist, weiß ich auch noch nicht. Prägungen sind unter anderem Scheiße.

Da sind also diese Stunden, beispielsweise die, in denen ich einen Fehler in einem Programm suche: und was in mir geschieht, fühlt sich, würde ich nicht etwas suchen, gar nicht übel anfühlen: Fehler können faszinierend sein: sie erst nicht zu finden und dann zu verzweifeln und dann doch zu finden und dieses dann kaum fassen zu können: dennoch sind anderthalb Stunden hinfortgespült, in denen ich: ja: WAS: hätte machen können? (Diese anderthalb Stunden seien stellvertretend genannt für andere Dinge des Tages: in einer Schlange warten, von einer in die andere U-Bahn umsteigen, warten überhaupt, in der Stadt rumstehen, jemanden besuchen und sich dabei nicht oder nur mäßig amüsieren, dabei aber kein Interesse zu haben, einen wirklichen Kontakt zu suchen oder auch nur eine eigene Wahrheit, die beide betrifft, einen schlechten oder recht guten Film zu sehen, ein Klo zu reparieren, jemandem zum Geburtstag zu gratulieren, usf.)

WAS also?

Ich hätte im Wald sein können und meditieren (was mir schon lange nicht mehr wirklich gelingt, weil sich in meinem Bauch etwas anstaut, wenn sich mein Gehirn anschickt, etwas willentlich fallenzulassen: dieser Effekt hat sich in den letzten Jahren verstärkt: es erfüllt aber im Prinzip meine Anforderungen an Relevanz (da hat sich die Antwort auf die Frage nach dem Unterschied zwischen "Relevanz" und "faktischer Notwendigkeit" schon eingeschlichen: "Prinzip", also wieder mal Prägung: ich trage "Prinzipien", Vorstellungen im Kopf, die über die "Relevanz" der Dinge, die meine Zeit mit "Inhalt" ("Leere" ist in diesem Sinne auch ein "Inhalt") füllen, urteilen)), jemandem eine Wahrheit sagen, wirklich konzentriert an genau einer Sache arbeiten, konzentriert und ausschließlich Klavier lernen, konzentriert und ausschließlich nachdenken, Sex machen, konzentriert und ausschließlich Musik hören, konzentriert und ausschließlich lesen (und zwar etwas wirklich gutes), wirklich kommunizieren (mit jemandem Kontakt haben), ausschließlich nichts tun, und einige mehr. WARUM tue ich eines von diesen nicht die ganze Zeit und reduziere "faktische Notwendigkeiten" auf das absolut nötige Maß, damit sie zu einer der genannten relevanten Dinge werden? (Warum habe ich das Gefühl, daß, obgleich ich mit einiger Kraft danach strebe, etwas daran krank ist?) Warum gehe ich nicht einen Schritt zurück und akzeptiere noch ein Stück mehr von meiner Schwäche? Warum sehe ich nicht alles anders? Wie sieht ein Baum diese Welt (oder was dem "Sehen" am nächsten kommt, und sei es das "Nicht-Sehen")? Warum esse ich mehr als gut ist? Warum beurteile ich andere und mich selbst? Warum verurteile ich? Warum will ich Purist werden? Warum will ich es nicht? Was ist in diesem Zusammenhang "Ich"? Was ist das Verhältnis von "Ich" zum Unbewußten (mal abgesehen von Definitionen, die immer möglich sind)? Warum bin ich beim Aufwachen nervös? Warum spiele ich manchmal simple Computerspiele, warum rauche ich? Warum sehe ich fern? Warum bin ich höflich? Warum bin ich fanatisch? Warum schreibe ich diese komischen Texte und tue sie ins Internet (ok, weil!, aber hier meine ich die Frage von o.g. Warte)? Warum habe ich Angst, die Welt zu versäumen? Wo endet mein Körper und fängt das Draußen an? Warum gebe ich mir nicht mehr Mühe? Wir werden sehen. Für heute ist es gut.

24.05.99

Permalink 21:41:00, von Olaf, 1802 Wörter, 619 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Über das Wichtige 2

24.5.99 - 21:41 und 2.6.99 - 1:45: Die Fragen sind dieselben, die Konzentration selten, auch wenn sie auf Wunsch hervorgerufen werden kann: was ist wirklich wichtig?
Beinahe in demselben Maße, wie unsere Gedächtnisse schlechter werden (früher wußte ich immer, wem ich was erzählt habe - mich aufregend über die Alten und Besoffenen (dabei sind wir alle nicht wirklich klar, d.h. ein wenig besoffen), die alles doppelt erzählen, ihre persönliche Moral wieder und wieder verbreiten, Geschichten und Ansichten immer wieder auf den Tisch bringen: heute (mit knapp über 30, in einem Alter, in dem ich auch meinen Rücken zu spüren beginne und die nachlassende Kondition) finde ich mich wieder in Gesprächen, die ich lax angehe, unterhaltungsbasiert, nebenbei, finde mich mich wiederholend, dieselben Einsichten denselben Menschen gegenüber wieder hervorsabbernd - nur bei wirklich wichtigen Dingen behalte ich noch die Übersicht, aber so vieles ist integriert in Alltagslösungen, Ausgelebtes, Entsaftetes), können wir uns diese Frage besser stellen (dies ist nicht bei allen so): in einer seltsamen Weise (dies ist nicht so lächerlich wie es klingt) wird unsere (will vielleicht sagen: meine) Zeit knapp. Wie in einem Exempel zeigt sich dies auf der beruflichen Ebene, wo die Kämpfe und Überlegungen just begonnen haben und immer klarere Formen annehmen (manchmal in ein lächerliches Maß hinein, als wäre das Rentenalter (das es für meinesgleichen vielleicht gar nicht mehr geben wird, sowohl sozial- als auch umweltpolitisch betrachtet) bereits eine nahende Realität, als hätte ich in dem Leben niemals wirklich dringesteckt, als wäre es albtraumhaft bald vorbei (ähnlich dem "Auf-einmal-ist-man-50"-Effekt - ein Schlager, dessen latente Ernsthaftigkeit seinesgleichen sucht), als erfolgte eines eben nicht allzu fernen Tages (besonders nicht, wenn das Schnellerwerden der Zeit interpoliert wird) eine Art Erwachen. Dies ist "beruflich" gedacht (mit der offenen Frage, ob der "Beruf" wirklich so getrennt ist vom restlichen Sein), weil es exemplarisch denkbar wird und nicht die zerreißende Dimension hat, die eine solche Vision auf das Leben insgesamt offenbart: daß es vergeht wie ein ungefühlter Schmerz, ein Orgasmus ohne "Zündung", ein Gericht ohne die Fähigkeit zu schmecken, ein verschlafener Kinofilm, eine Reise ohne Präsenz-vor-Ort-Gefühl, ein Essen ohne Befriedigung, aber mit Völlegefühl (könnt Ihr dies nachvollziehen?).
Was ist nun wirklich wichtig in diesem einen (oder einem dieser vielen) Leben? Mein Ansatz (eine Antwort ist es nicht ganz) ist, mir dieses Aussuchen zu können (im Gegensatz zu einem Zettel mit einer "Aufgabe", die ich irgendwo auf dem Grund meiner Seele finde und nach der ich alles auszurichten habe: so stellt sich die Frage, ob ein Regenwurm, indem er sein Wesen auslebt und damit Humus erzeugt und lockert (mögen mir meine bescheidenen Einblicke in die tierische Biologie verziehen werden), all seine Möglichkeiten erschöpft (wie unangenehm: ein Löwenzahn wird niemals eine Eiche werden, auch wenn sie sich zu Beginn ihrer Leben nicht unterscheiden: wie unendlich unangenehm: einfache Pflanzen wachsen oft schneller, aber gehen vor dem Winter ein: können nicht wirklich groß werden: wie am unangenehmsten: was ist, wenn Menschen untereinander sein können wie Löwenzahn und Eiche?: wenn Mensch A und Mensch B wirklich unterschiedliche Möglichkeiten haben? (wie uns von therapeutischer Seite immer wieder vermittelt wird, daß dem auf keinen Fall so sei, ist irgendwie rührend)).
Wie immer stelle ich diese Fragen nicht (und das ist wirklich wichtig) aus philosophischer Perspektive (aus dieser ist viel Interessantes und Respektables verfaßt worden, und wann immer ich es lese, verliere ich mich fasziniert (allerdings meist von den gedanklichen Möglichkeiten fasziniert, die wie alle Möglichkeitenpools danach verlangen, ausgetestet, ausgelutscht und ausprobiert zu werden (vielleicht wie in einem Adventuregame?)) darin, verliere bei Fortentwicklung der Gedankenstränge dann irgendwann den Kontakt (früher oder später, aber immer) mit dem Geschriebenen und ende Text und AutorIn liebend oder ignorierend (und bitte: nichts von dem ist aus einer abgeklärten, höherstehenglaubenden oder erschöpften Perspektive geschrieben, ich ordne nur in mein System ein und werte nicht); sondern ich stelle meine Fragen aus einer eher emotionalen Perspektive (stark mit diesem meinen erklärt subjektiven Schreibstil verbunden, der keine ausgewogenen Abfassungen erzeugt, die für sich selbst stehen können; die Idee ist (wie andernorts ausführlich beschrieben), den Prozeß des Fühlens und Denkens, die Bahnen, in denen die Ideen und flinken Vorstellungen (im Gegensatz zu ausgefeilten Gedanken, die in so vielen Fällen künstlich sind im hier vorgestellten Sinne) entstehen und laufen, zu erfassen und nackt zu manifestieren. Es gibt eine Handvoll Themen, die sich in uns allen, in jedem Menschen, wieder und wieder drehen: sie ändern sich mit dem Alter, sie transformieren, aber es ist immer eine bestimmte Anzahl gleichzeitig, und diese Anzahl ist nie sehr groß: dennoch bleiben sie lange unsere Begleiter, und ich finde einen Grund dafür (für die Tatsache, daß sie so schwer gelöst oder abgearbeitet werden) darin, daß unsere Schriftsprache, die dem analytischen Denken ähnelt, sie so schwerfällig erfaßt: allzu oft, wenn etwas in schönen, kompakten Worten beschrieben ist, kann es vom Organismus (hier: von seinen psychischen und seelischen Anteilen), nicht mehr sauber verdaut werden; dies kann sogar bei Poesie (die dem Wesen des Menschen eigentlich näher ist) der Fall sein). Hierfür suche ich an dieser Stelle meine eigene Schriftsprache (ja, dies ist mein persönlicher Mißbrauch des Internet!). Wenn ich schreibe, ist mein Bewußtsein erstaunlich ausgeschaltet, und doch bin ich mir (auf eine Weise) näher, als wenn ich es rotieren lasse: komplexe Gedanken (vergleichbar mit jenen, die unter dem Einfluß von Haschisch erfaßt werden können oder erfaßt zu werden geglaubt werden) erscheinen so ganzheitlich möglich - wenn das Bewußtsein fokussiert, verliert sich diese Weite. Mit anderen Worten: ich plädiere implizit für die Existenz des Unbewußten (ein überflüssiges weil 432. Plädoyer), weil ich auf diese Weise einen Kontakt mit ihm behaupte (nun ist aber die Kunst, diesen Kontakt in bewußtem Zustand zu haben, und dem kann ich zugute halten, daß ich während des Verfassens dieser Texte besser als mit jeder anderen Technik das Maß an Bewußtheit steuern kann, das ich erlaube. Soviel zur Technik und Rechtfertigung.
Hier bin ich also. So lebe ich. Dies tue ich. Dieses und jenes ist nötig für ein Dasein (ja, darüber können wir streiten: arbeiten für welches Maß an Komfort, für welche Qualität an Lebensmitteln usw.?).

Ein anderer Tag ist eine andere Zeit, und es ist nicht ganz klar (außer bei langen Zeiträumen), was sich geändert hat. So weiß ich noch nicht, was wichtig ist, und wie ich den Ansatz dazu finde, dies herauszufinden oder auszusuchen (ein anderes Thema entsteht aus der Fragestellung, was im Leben alles ausgesucht und nicht gefunden ist, vielleicht so seltsam wichtige Dinge wie wissenschaftliche Entdeckungen oder Liebe). Jedenfalls gibt es also, so stehen wir hier, eine lange Zeit, die vor uns liegt (wenn wir auch sterben durch einen besoffenen Raser oder einen herabfallenden Jet oder Asteroiden (wie in den neuen Filmen), so liegt diese Zeit jetzt dennoch vor uns - ich rede von der Zukunft, nicht von einer vorweggenommenen Gegenwart); und diese Zeit können wir füllen (ja, ich gehe hier von der nüchtern-analytischen Seite an die Angelegenheit heran). Und in klaren Momenten (die nichts, aber auch rein gar nichts mit der Alkoholmenge im Blut zu tun haben) sehen wir einige Möglichkeiten, vielmehr Denkrichtungen, und endlich, ENDLICH, trotz meiner Müdigkeit und meinem steten Willen, zu Bett zu gehen, liste ich einige auf:

  • wir existieren, und diesem Rätsel (wenn es für sie eins ist (und das nicht unbedingt im Sartre'schen Sinne)) lohnt es sich auf den Grund zu gehen, vielleicht ein ganzes Leben lang (aber dies läßt sich auch mit anderen Dingen (z.B. Liebe oder Freude am Arbeitsplatz) kombinieren). Klar? Selten ist uns klar, wie merkwürdig das ist (wenn es nicht merkwürdig ist, könnt Ihr zu einem anderen Punkt schalten oder offline gehen, ohne daß ich Euch im mindesten für dumm oder ignorant oder arrogant halte); und dies können wir untersuchen (und uns, ich weiß es nicht, lange in Ellipsen drehen, vielleicht aber redlich, was wieder für manche genügen mag, ich urteile auch das nicht (wer bin ich schon, daß ich das könnte))
  • wir existieren, und diesem Wunder können wir uns mit (ja, auch stichhaltigen, nicht nur christlichen) religiösen Erwägungen nähern und mit ebensolchen ins Reine kommen, d.h. eine Lösung finden, die für unsere (natürlich aufgrund mannigfaltiger Faktoren (aber dies ist bereits Interpretation) angenommene Perspektive schlüssig, notwendig und hinreichend ist
  • wir existieren, und wir sollten nicht fragen, sondern mit einer Art instinktiver innerer Aufrichtigkeit (solcher, die theoretisch ohne ein Gehirn auskommt) das Richtige tun
  • wir existieren, und diesem Greuel sollten wir begegnen
  • wir existieren, und dieser Gnade schulden wir Dank (aber Christentum hatten wir bereits)
  • wir existieren, und dies ist eine wissenschaftliche Tatsache, die wir aufrichtiger Weise nicht erklären oder verstehen können, die aber wissenschaftlich ist; wir sollten Freude haben am Leben
  • wir existieren nur kurz und sind unwichtig, und ebenso sind unsere Handlungen, seien sie auf uns selbst bezogen oder auf andere
  • wir sind wie die Tiere, Pflanzen, Steine und Sterne Teil eines Keine-Ahnung-was und benehmen uns in jedem Fall so
  • wir haben die Wahrheit in uns und müssen sie finden (eine andere Wahl haben wir nicht)
  • wir sind frei
  • wir sind Zufall
  • wir sind Traum
  • wir sind Liebe
  • wir sind Teilungsprodukt eines explodierten Ganzen
  • wir sind nichts und etwas (so voll tao-mäßig)

Ich wie ich bin: Ich kann mich nicht entscheiden. Je nach Zeitpunkt entscheide ich mich für andere Teillösungen. Das Rätsel der Existenz ist mir wichtig, dann das aufrichtige Leben, dann das freie jenseits der inneren Moral (ja, sie ist immer "innen"; und ich meine auch nicht die "verinnerlichte"; ich meine die "wirkliche eigene", von der es sich nach einem bestimmten instinktiven Muster zu befreien gilt), dann das schöne. Ich schwanke und verwende für alles Kraft. Ich frage nicht mehr so viel. Aber ich gehe in viele Richtungen und bin in jeder ein Achtel Mensch. Zur Zeit ist das mein Wesen. Hochinteressant, was in 10 Jahren ist. Vor 10 Jahren jedenfalls war alles anders, aber nicht so anders wie gedacht, ein bißchen so anders wie gehofft, aber auch nicht so anders wie ich mir das andere in 20 Jahren wünsche.

Und jetzt kommt's: Bislang sind Antworten auf all dies nicht schlüssige Entgegnungen auf die gestellten Fragen, sondern stets die Sicht aus einer neuen Perspektive. In diesem Sinne gibt es keine Antworten, die meiner gelernten Vorstellung von Wahrheit entsprechen. Ich weiß nicht, wie das bei Euch ist.

01.05.99

Permalink 00:11:00, von Olaf, 431 Wörter, 569 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Über den Beruf

Gerade zurück von vielen Dingen wie Arbeit, Sport und Unterhaltung: und in dem 125er von Tegel nach hier saß ich und fragte mich, nein, nicht was wohl das Leben sei, denn das hatte ich schon geklärt (eine Anhäufung verwirklichtes Protoplasma), sondern warum ich mich wegen meiner beruflichen Zukunft streßte: denn seit vielleicht einem Jahr (oder lüge ich: vielleicht sind es zwei oder drei, jedenfalls nicht mehr) ging es mir nicht mehr nur ums Überleben, sondern auch um die sogenannte Qualität des Lebens (diese Erkenntnis sollte, einem moralischen Anspruch folgend, den Anja L. in meinen Pamphleten fand (so ihre Email), eigentlich schockieren: aber vielleicht aus Abgeklärtheit, Rechtsdrift oder Realitätseingeständnis tat sie dies nicht).
Neu: auf einmal beruhigte mich der Gedanke, mittel- bis langfristig in diesem Lande nicht des Hungers sterben zu müssen (auch wenn alles ganz schlimm käme), nicht mehr: ich wünschte mir auch, ja laßt es klingen in der Welt aus der ich eigentlich stamme (zu Blumfeld bald mehr), die Erhaltung eines gewissen Komfort. Allzumenschlich? (Still, Friedrich!) Vielleicht, aber was geht es mich an! Mein alter und immer wieder neuer (je neuer, desto innerlicher, aber weniger nach außen dringender) Ansatz ist, dieses zu verspotten.
Aber dann, als der Bus in das schöne Stückchen Wald einbog, was für die, die uns besuchen, immer die Illusion eines Lebens im Draußen kurz erzeugt, fand ich mich wieder (zur Vervollständigung des Verständnisses der Situation muß ich bestätigen, im Laufe des Tages zwei Aspirin, einen halben Liter Wein und ein Glas Ouzo segmentiert zu haben): nein, klang es, nein, sag nein: und sagte dies ein weiteres Mal innerlich zur Leistungsgesellschaft (dazu: (und um dem Kitsch vorzubeugen) ich stresse mich tatsächlich: dies ist ein wirklicher Kampf (ja der Kosovo, die Kriege, der echte Hunger: an dieser Perspektive (die sich im Hinterkopf abspielt) werden wir immer zerbrechen, und jeder unserer Schritte hier wird zum Hohn: aber das Problem ist erkannt und sogar bekannt und wird gängig ignoriert, und dies tue ich hier, wenn auch nur für eine Sekunde, bevor mich das Umfassende wieder ins Lächerliche schiebt (ich aber trotzdem fortfahre mit dem was ich tue)): ich, ohne Abschluß und gesellschaftliche Realität, aber mit passablem Wissen (was die Computer angeht), ringe um mehr davon, damit es irgendwann reicht, um mich sicher zu fühlen, um gewollt zu sein von Leuten, auf die ich eigentlich erbreche: bis es (was? ich?!) mich zurückholt und den unsicheren Weg weist und ich mich wieder spüre.

29.04.99

Permalink 18:00:00, von Olaf, 1306 Wörter, 559 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Über das Wichtige

Schöne Tage (was das Wetter betrifft) wie dieser heutige zwingen mich immer, einen Genuß zu versuchen: dieser scheitert meist und gelingt manchmal, aber der Versuch ist nötig, damit ich am Abend die vergangene (verbrauchte) Zeit nicht als Verlust verbuche und mich 'schlecht' fühle: letzteres ist natürlich nicht 'schlimm', aber trotz aller Einsicht in natürliche Gefühle (und deren grundsätzliche Folgerichtigkeit) strebe ich noch immer ('noch immer' erzeugt eine Erwartung) nach der Vermeidung von Unannehmlichkeiten: beim heutigen Versuch bin ich also recht zeitig (aber im psychologischen Sinne kann es, wie gleich ausgeführt wird, kein 'rechtzeitig' geben) spazieren gegangen, ins Hermsdorfer Fließtal, das in diesen blühenden Apriltagen zumindest theoretisch wunder-wunderschön ist: die Frage ist dann jeweils, wieweit diese Schönheit in der Lage ist, in meinen Organismus zu dringen (stimmt: sicher ist die Frage falsch gestellt: inwieweit kann ich diese Schönheit in meinen Organismus dringen lassen: und in was (welchen Teil dieses Organismus, der 'ich' ja nicht zur Gänze bin, weil ich ihn ständig wie von außen beobachte) dringt diese Schönheit ein, wenn ich sie lasse?: oder noch genauer (denn so spielt es sich ab): in welchen Teil 'will' ich diese Schönheit dringen lassen, denn ich habe ein Motiv, das mit meinem Bild von Erleben (und vielleicht von 'Natur') zusammenhängt, mit dem 'was sein sollte': wahrscheinlich 'will' ich ('was' da will ist bestimmt Thema einer späteren 'Untersuchung'), wenn 'ich das schöne Wetter genießen will', in erster Linie 'nichts versäumen', 'gelebt' und 'erlebt' haben, was 'aus dem Leben herauszuholen' ist: ach könnte ich diesen Unsinn fallen lassen und tun, wonach mir wirklich ist: aber wie soll ich das wissen, wenn soviel Gesellschaft eingedrungen ist in meinen Organismus (da wo ich heute eigentlich die 'Natur' haben 'wollte')?

In dieser Befindlichkeit befand ich mich also, als ich aus der Dingsbumsstraße in das Fließtal einbog, welches mein 'Ziel' (wann immer ich ein solches habe, bin ich gehetzt, bis ich da bin: deswegen bin ich immer gehetzt, weil ich immer auf etwas warte, was dasselbe wie ein Ziel ist) war: es dauerte eines Weile des Spazierens, bis die Tagträume sich ausgelebt hatten und der an sich immer von mir angestrebte 'glückliche Umstand' einer ganz bestimmten Freiheit eingetreten war: der glückliche Umstand war, daß ich (wie immer häufiger) in der Lage war, klar zu denken, 'nachzudenken': ich konnte mir die Frage nach 'dem Wichtigen' und die nach 'dem Wesentlichen' in aller Ruhe stellen, nur hin und wieder abgelenkt von störenden Gedanken oder Insekten (wie jenen, der jetzt gerade kommt (aber der ist nicht störend, da diese Art Text ja gerade das Forum für Assoziationenketten und somit 'störende' Gedanken ist, die in diesem Sinne ja nur 'stören', wenn das Ziel vorhanden ist, namentliche nicht zu haben, sondern nur einen 'frei' gewählten, der dann gewendet und betrachtet wird: oder natürlich gar keinen wie bei einer Meditation): welchen Gewinn halte ich in den Händen, sollte tatsächlich eines Tages jeder Winkel meines 'Organismus' (einschließlich des Gehirns und seiner Ausgeburten) auf Papier oder im WWW geschrieben stehen?): in diesem Zusammenhang erklärt sich auch das 'interessante' Phänomen, daß eine 'Natur'betrachtung im Kino, womöglich mit Musik, oft leichter verdaulich (im Sinne des oben beschriebenen 'Genießens') ist als ein 'reines' 'Natur'erlebnis in der 'Natur' selbst: es gibt keine (oder weniger) störende Gedanken und keine (wirklich keine) störenden Insekten: letztere gibt es nicht, weil die modernen europäischen Kinos weder Ernährungsgrundlagen noch Brutstätten für diese bieten (im Falle von Mücken zwar viel Blut (für deren Eier), aber wenig Wasser (für die Larven): wenn, dann ist es nicht zugänglich, nur für 3,50 DM pro 0,4 l, zu teuer für Mücken, und ich weiß nicht, wie sie auf Kohlensäure reagieren, oder gar auf Cola, die selbst Menschen schädigt: soviel zu störenden Gedanken: da kommt mir noch einer: in einer Textform wie dieser gehe ich offensiv mit störenden Gedanken um, das ist ja eine ganz neue Methode: ich behandle sie wie Pickel oder fertige Kippen: ich drücke sie aus), erstere (habt ihr den Faden noch?), weil das Kino (mit wenigen Ausnahmen) das 'Leben' in jeder Hinsicht übersteigert darstellt (natürlich stellt es nicht 'das Leben' dar, dann wäre es sinnlos, es will besondere Aspekte 'des Lebens' klarstellen, wenn es 'gut' ist, oder via Identifikation Männerträume befriedigen, wenn es 'schlecht' ist (und es ist meistens 'schlecht', auch wenn es sich um diese tollen, spannenden Filme handelt)): aber ich will hier nicht in Medientheorie (die eine Theorie von Lüge, Lüge, Lüge, Wahrheit und Lüge ist) lustwandeln, sondern das 'Natur'erlebnis im Kino mit dem 'echten' (das es eben auch nicht ist, und darum geht es hier) vergleichen und eben feststellen, daß durch die Übersteigerung (mittels intensiverer Farben (Polarisationsfilter oder Computer), Musik, treffender Sprache der ProtagonistInnen (sie wissen immer was zu sagen), einer jedem normalen Leben fremden Erlebnisdichte der ProtagonistInnen, einer vollkommen entfremdeten 'Schönheit' der ProtagonistInnen, Aktion, Reichtum der ProtagonistInnen (im Kino und in echt), einfach gehaltener (selbst in den schwierigen Filmen) Handlungszusammenhänge (das 'wirkliche Leben' ist immer komplizierter), unwahrscheinlicher Ereignisse, summa summarum größerer 'Interessantheit' als das 'wirklich Leben') das Gesehene und Gehörte mehr Raum im betrachtenden 'Organismus' einnimmt (tiefer und umfassender 'eindringt') und gleichsam 'störende Gedanken' überflüssig macht: dies geschieht deshalb, weil die Inhalte der 'störenden Gedanken' ja allzu oft Ereignisse durchspielen und -spulen, die von der/dem Tagträumenden erfunden (Drehbuch) oder modifiziert (Regie) oder neu beurteilt (Kritik) oder, wenn sie als schön empfunden wurden, einfach wieder angeschaut werden (ZuschauerInnen): sie stehen als Ersatz für die 'langweilige' gerade stattfindende 'Realität' (wie den Spaziergang) oder kompensieren eine Unzulänglichkeit, die die eigene Psyche nicht erträgt (wie bei Tagträumen, in denen die/der Träumende heldenhafte Taten begeht: hier wird zum Beispiel die eigene Minderwertigkeit kompensiert (anstatt die Meßlatte auf tieferer Ebene zu hinterfragen)) oder schummeln sich um nicht erlebte Trauer herum oder was auch immer eine Psyche hergibt: dasselbe erreicht ein Film mit anderen Mitteln und macht daher 'störende Gedanken' und Gedanken überhaupt temporär überflüssig: ich in besagtem Fließtal wollte gerade das (in meditativer Manier) heute nicht und, wie gesagt, verscheuchte störende Gedanken (nachdem ich ihnen einige Zeit zur freien Verfügung eingeräumt hatte) wieder und wieder: ich wollte nachdenken.

Da saß ich also unter blühenden, wundervoll duftenden Bäumen neben fließendem und stehendem Wasser auf einer (leicht sumpfigen, wie sich später herausstellte) Wiese, während die Vögel lautstark vor sich hin balzten und nur aus der Ferne der (wenn Gott existiert, möge sie oder ihn ihn verdammen in alle Ewigkeit) Verkehrslärm herüberklang (und sich mit einer Leichtigkeit - wie Lärm überhaupt - in meinen 'Organismus' drängte, gegen die die 'Natur' bislang besser beraten ist, jeden Vergleich zu scheuen): und ich fragte mich, wie so oft auf mein Leben und seinen 'Verlauf' (das ist die zeitliche Perspektive, die wir tiefer verinnerlicht haben als unsere Liebes- und Leidensfähigkeit) blickend, was 'wichtig' ist für das 'Universum' und wie ich dem am besten begegnen (hier: entsprechen; aber genauso gut: widersetzen, kontrollieren) könnte: also hörte ich fiktive Menschen vor meinem inneren Ohr sprechen und sagen: "Gesundheit", "Liebe", "gute Freunde", "Geld", "Frieden", "politisches Engagement", "soziales Engagement", "Sex", "Gott", "Buddha", "einen guten Beruf haben", "Selbstverwirklichung", "bei sich sein", "innere Ruhe", "mit der Natur leben", "Urlaub", uvm.: nun, die richtige Antwort wird zu einem späteren Zeitpunkt an gleicher Stelle veröffentlicht: wichtig (aber hier nicht im umfassenden Sinne) war mir heute nur der Weg zu der Frage, wie ich ihn beschritten.

08.04.99

Permalink 20:13:10, von Olaf E-Mail , 1795 Wörter, 712 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Über Wahrnehmung und Interpolation der Größe anderer Menschen und der Größe ihrer Taten

Es ist 20:13, der 8. April 1999. Draußen verschwindet das letzte Licht eines feuchten, aber wohlriechenden Tages. Ich höre eine Lohengrin-Aufnahme von Barenboim, während im Kosovo die Vertreibung tobt und in Serbien Bomben fallen.
Die Gedanken dieser Schrift sind syntaktisch durch Verkettung von Doppelpunkten dargestellt: ich bin nur unter Verkrampfungen in der Lage, durch und durch strukturiert und zielgerichtet zu schreiben, also von 'oben' vor einem großem Blatt zu sitzen und dessen Inhalt wie in einem Puzzle zusammenzusetzen (eigentlich: zu konstruieren), wie es für wissenschaftliche Arbeiten nötig wäre: meine 'Gedanken', 'Gefühle' und Filme kommen aber anders, und 'Ich' bin als Thema zu wenig scharf abgegrenzt, um darüber anders als seriell zu schreiben: es wäre immer nur ein falscher Ausschnitt, an dem ungeheuer viele 'Wenns', 'Abers' und 'Gegenteile dessen' nagen: anders als in einer Arbeit, die auf eine Conclusio hinauslaufen soll, verdienen bei 'mir' alle Aspekte genannt zu werden (stimmt: weil es keine Conclusio gibt), und eine Auswahl ist nicht möglich (scheitert an der Mächtigkeit der Menge) und wäre vollkommen falsch: ich muß also 'irgendwo' einsteigen und 'irgendwo' auch wieder aussteigen und den dazwischen liegenden Strom auf das Papier gießen, und hier beginnt er:
tagsüber habe ich am Computer gearbeitet und ausreichend Geld verdient, jetzt am Abend denke ich über Möglichkeiten und Strategien eines (meines) Lebens nach: ich versuche, alles einzubeziehen, alle bekannten 'äußeren' Fakten: neben 'Kosovo' sind das zur Sekunde die Erwärmung des Golfstroms mit der Folge einer klimatischen Abkühlung in Europa, also kälteren Sommern, und die Genitalverstümmelung bei Millionen von Mädchen und Frauen in aller Welt: davon habe ich gerade wieder gelesen im Zusammenhang mit Asylgründen in Deutschland und warum das keine sind: niemand will 'das' (Asyl) bezahlen (offiziell ist der Grund dafür, daß es sich 'dabei' - wie auch bei Vergewaltigung - nicht um politische Verfolgung mit unmittelbarer Gefahr für Leib und Leben handelt): dann dachte ich, daß ich immer bestrebt bin, möglichst wenig Steuern und Abgaben zu zahlen und wie das, diesen nüchternen Fakt einbeziehend, mit meiner selbstverständlichen Forderung nach Asyl für alle ausschaut: dann aber fällt mir die 'grenzenlose Verschwendung von Steuergeldern' ein (auf 'jedem Gebiet'), und mir scheint es gerechtfertigt, nach einer anderen Verteilung des Vorhandenen zu rufen, selbst wenn von mir nichts dabei ist: hin und wieder spende ich aber kleine bis mittlere Beträge: dabei fällt mir ein der Spendenaufruf für die Kosovo-Vertriebenen (von denen die 220, die nach Berlin sollen, gerade von so ein paar CDU-Scheißern nicht willkommen geheißen wurden): ich dachte darüber nach, einen Betrag anzuweisen, aber dann fielen mir die 20 Milliarden ein, die bis jetzt für das NATO-Bombardement Serbiens ausgegeben wurden (dessen aktuelle - nicht historische - Beurteilung mir übrigens schwerfällt), im Vergleich zu den 800 Millionen, die die EU gerade versucht bereitzustellen für die Vertriebenen: da wirkt ein Spendenaufruf irgendwie bescheuert (also spende ich an amnesty international, die grundsätzlich von keinem Staat was annehmen). An anderen Tagen gibt es andere 'äußere' Fakten, die die eines jeden und einer jeden modernen moderaten 'Linken' sind. Nachdem ich mich also damit abgefunden habe, heute nichts mehr (wie an anderen Tagen auch schon nicht) für das Wohl anderer zu unternehmen: ein schlechtes Gewissen habe ich nicht mehr, wenn mich eines Tages etwas nach 'außen' bewegt, wird es die Einsicht in eine 'faktische' Möglichkeit, die sich mit einer 'inneren' deckt, sein: oder mit anderen Worten: wenn die Kluft zwischen meiner Faulheit und der Unlust politischer Aktivität (so habe ich sie erlebt) überwindbar oder nicht mehr vorhanden ist (weil es nicht mehr abstrakt ist oder um Menschen oder Themen geht, die mir wirklich nahe sind), fällt mir auf, daß nie jemand diese Sätze lesen wird: wo war ich? Es folgt die weitere Vergegenwärtigung meiner Position in Zeit und Raum (eher als umgekehrt): nach den 'äußeren' Fakten folgen die 'mittleren': mein Umfeld, Beziehung, Job, Wohnung: die waren schon oft Anlaß zur Sorge (die sich aber immer mit obigen 'äußeren' Fakten aushebeln läßt), sind aber heute alle keine Anmerkung oder Aufzählung wert. Also komme ich zu meiner 'inneren' Realität: nun handelt es sich nicht mehr um 'Fakten': über die ich eigentlich schreiben wollte, was aber nur möglich ist, wenn das Grauen draußen in der Welt wenigstens erwähnt und am besten eingeordnet ist: nicht aus schlechtem Gewissen (das sagte ich schon), sondern damit alles in einem schlüssigen System bleibt (und damit ich nicht ignorant oder gar egoistisch wirke) oder jedenfalls so scheint, egal wie bescheiden das Ausmaß der 'Schlüssigkeit' (aber ich fange schon wieder an, mich zu entschuldigen). Also zurück: bereits mit dem ersten Satz wollte ich mich fragen, mit der Nüchternheit, die mir heute möglich ist, was ich eigentlich in meinem Leben noch machen möchte: da ist ein Haufen Zeit, eine nicht unbeträchtliche Menge Freiheit

lustiger weise kommt just in diesem Moment (es ist 20:49) Eva rein und fragt mich, ob wir nicht essen kochen sollen, und weil ich zugestimmt habe, unterbreche ich jetzt diese Schrift und nehme sie vielleicht nie wieder auf

tatsächlich, um 21:37 geht es weiter mit einer nicht unbeträchtlichen Menge Freiheit, die da ist: die wirklich da ist und wohl nur beschränkt wird durch Weltbilder, Glaubenssätze und 'Fakten' (letztere in diesem Zusammenhang genau auszumachen ist schwierig): im wesentlichen bin ich in einer Situation, in der ich mich hinsetzen kann und im Prinzip nachdenken oder nachsinnen und im Prinzip entscheiden. Will sagen, es brennt weder ein Feuer in mir oder wütet ein Dämon, das oder der mich in seine Pflicht nimmt: ich liebe und mache Musik, aber bin weder ein Visionär noch davon verfolgt noch muß ich um alles in der Welt Musik machen: oft habe ich mir einen inneren Fanatismus gewünscht, der mir die Suche nach Sinn und vor allem sinnhaftem Inhalt meines Lebens abnimmt: oder ich fühle das Feuer und spüre den Dämon nicht (wie die noch immer tiefenpsychologisch orientierten unter uns einwenden mögen), noch stecke ich in 'äußeren' Zwängen, mit Ausnahme der viel zu vielen und im Vergleich zu anderen doch wenigen Stunden Broterwerb, die einiges von meiner Zeit abzwacken (ja, wenn ich 'anders' wäre, könnte ich daran viel machen, aber ich bin visionsarm, faul und arbeite vielleicht sogar gerne: nur hin und wieder - vielleicht einmal in der Woche - überkommt mich eine Klarheit und ein tiefes Unbehagen, was ich mit diesem (vielleicht einzigen, vielleicht auch nicht) Leben mache, wie ich es wegwerfe: ein weiteres Mal bin ich ebenso klar und zufrieden damit, kleine Brötchen zu backen: genauer, wenn ich nicht an die (im Prinzip hypothetische, und auf genau diese Hypothese bezieht sich die überschrift dieser Schrift) Existenz größerer bis großer Brote denke, finde ich eine Ausgeglichenheit, die sich richtig anfühlt: oder ist es in diesem Fall das eher seltene Phänomen, die eigenen Gedanken zu verdrängen: anstatt natürlich, wie unter uns Männern üblich bis die Regel, die eigenen Gefühle: wenn wir unseren Diskurs überhaupt noch in diese Kategorien packen, was von Jahr zu Jahr kraft- und reizloser wird: wie dem auch sei, ich finde also in einfachen Strukturen die Ausgeglichenheit, die ich in den Jahren meiner Depressionen und Einsamkeit und Selbstglorifizierung so vermißte: und frage mich, ob ich damit auch meine 'Kreativität' (schon klar, oder?: die einfachen Anführungszeichen deuten immer an, daß auf eine tiefere Klärung des Begriffs aus dem am Anfang dieser Schrift genannten Gründen verzichtet werden muß) einbüße: die ich wiederum zu Zeiten der Depression und Einsamkeit und Selbstglorifizierung ebensowenig ausgelebt habe, auch wenn die wenigen 'Produkte' (einige Texte, einige Musik) aus dieser immerhin 15 Jahre dauernden Zeit anderes vermuten lassen: ich kann hier nicht genauer darauf eingehen, denn ich fühle mich gestreßt durch den einen Gedanken, dessen Beschreibung ich mir schon in der überschrift auferlegte: über Wahrnehmung und Interpolation der Größe anderer Menschen und der Größe ihrer Taten. Da bin ich also nun mit meinem Leben und meiner Zeit, meinem Raum, meiner Freundin, meiner Wohnung, meinen CDs, meinem Geld, meinen Tagebüchern, den Kassetten mit 'selbstgemachter' Musik (komisch, daß das nicht mehr alle Musik auf der Welt ist: 'ist diese Musik selbstgemacht?'; 'nein, das ist eine professionelle Aufnahme.'), meinen Freundinnen und Freunden, meinem Job, meinem Interesse und Fachwissen über Computer (namentlich HTML, Perl, Javascript, Visual Basic, VBA, Microschrott Office, 95/NT, Linux, Cubase, uvm. - daher kommt die Kohle und somit das Leben), meinem Klavier, meiner Kochkunst (asiatisch am liebsten), meinem Geist, und sitze hier, und (das ist fern von jeder Selbstverständlichkeit, auch wenn es sich vielleicht einfach liest) bin in der Lage, mir die Frage nach meinem Leben ohne jede Verwirrung zu stellen: allerdings werde ich sie hier nicht beantworten, sondern eine der Bedingungen einer möglichen Antwort erörtern (auch wenn ich dazu - zu meinem ursprünglichen Motiv also - gar keine Lust mehr habe): es geht um die Einschätzung der Lebensnotwendigkeiten für die eigene Person im Angesicht anderer Personen und dessen, was diese erreicht haben: und in diesem Zusammenhang wollte ich eigentlich nur die Erkenntnis mitteilen (dies aber mit all ihren 'Fürs' und 'Widers'), daß es ein häufiger, lähmender Fehler vieler Menschen ist, sich andere Menschen (vorzugsweise solche, die frau/man sehr wenig kennt) anzuschauen, einige ihrer wirklich großartigen (das meine ich so) Persönlichkeitsmerkmale, Wesenzüge und Charaktereigenschaften anzuschauen und diese auf den gesamten Menschen zu interpolieren und dasselbe mit den Taten, Berufen und dem Erreichten dieser Menschen zu machen und sich dies zum Maßstab zu machen (wohlgemerkt, nicht die 'Fakten' sondern die eigene Interpolation): die andere Seite ist, daß diese Betrachtung, einmal verstanden, gleich die Möglichkeit bietet, die eigene Trägheit in ein selbstbetrügerisches Koordinatensystem zu hieven: und das sind schon die beiden Seiten, und ich schließe damit, daß in allen Belangen des wirklichen Lebens eine Synthese (=eine Wahrheit) aus Antagonismen oder zwei Medaillenseiten die absolute Ausnahme darstellt und daß unser Weltbild und alle Filme außer den guten lügen und daß mir persönlich kein final fester Koordinatenpunkt im Universum bekannt ist, der nicht irgendwo, vielleicht im Gamma-Quadranten oder in einer Nachbarkultur oder noch weiter, ein gültiges Gegenteil (und sei es klein) hat: und daß die Leute, die dennoch mit festen Koordinaten leben, oft merkwürdig langweilig wirken - wie ChristInnen -, weil die prinzipielle - nicht praktische - Möglichkeit, alles in Frage zu stellen, Kontakt notwendig macht, und ein Kontakt, der nicht aus einer Notwendigkeit heraus besteht (oder seine wahre Notwendigkeit leugnet, was häufiger der Fall ist), wie wir alle wissen, nicht funktioniert.

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So fängt es an: ich blogge. Es gab immer mal wieder ein paar Leute, denen der Ausfluss eines mit mir identifizierten Hirns gefallen hat, drum teste ich es mal so.

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