Kategorie: Alles

22.09.10

Permalink 09:55:47, von Olaf, 406 Wörter, 1010 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Alles

Empathie vs. Ratschlag

In Zeiten (nie enden wollender) innerer Auseinandersetzungen fiel mir eben auf der Admiralsbrücke (in den nun endgültig herbstlichen Morgensonnenstrahlen stehend) auf, wie sich das manchmal mit Freundinnen und Freunden (aber eher Freunden) verhält.

Man trifft sich abends, und wenn die Schwingungen günstig sind (oder der Druck groß genug), öffnet man sein Herz. Das geht am besten, wenn sich das Herz des anderen ebenfalls öffnet (und in meinem Fall geht es gar nicht, wenn da ein abstinenter Psychoanalytiker - sehr lange her - oder eine andere Art trockener Knochen sitzt). Schön ist das, zwei Nahe Herzen, ein Gefühl von Sicherheit: die Worte fließen: du wagst dich heraus: dein Gegenüber fühlt dich: dein Gegenüber findet wahre Worte: du kannst sie hören: du kannst sie annehmen.

Dann passiert etwas (kennt Ihr das auch, liebes nicht vorhandenes Web 2.0-Publikum?): dein eben noch empathisches, mit dir verbundenes Gegenüber, dein Freund, verliebt sich in seine Weisheit oder auch nur in seine Theorie: kaum merklich (außer du bist sensibel genug und ausreichend mutig, dir den Vertrauensbruch einzugestehen), eigentlich aber recht flott verliert sich die Verbindung: dein Gegenüber spielt Bauklötze mit deiner Seele, du sitzt daneben: dein Gegenüber fühlt sich gut (sowohl Offenheit als auch Tiefe als auch richtig Liegen mit der eigenen Sicht der Dinge geben einen Kick, nicht selten gewürtzt mit Macht): dein Gegenüber bastelt eine Theorie über deinen Zustand, um dir zu helfen, für dich: du fühlst, subtil, kaum wahrnehmbar, wie Energie von dir abfließt (ja natürlich: sie fließt in dein Gegenüber): dein Gegenüber wird wahrscheinlich leicht euphorisch: dein Gegenüber beginnt, dich überzeugen zu wollen: dein Gegenüber schiebt dich oder zieht: dein Gefühl wird ein wenig taub, hier stimmt etwas nicht, aber dein Finger findet nicht den Punkt: denn eigentlich ist da ein Gegenüber, das für dich da ist und dir mit guten Worten beisteht: der Abend wird schräg: mit etwas bitterem Glück merkt dein Gegenüber nichts davon, dass er sich letztlich an dir hochgezogen hat: und kannst in dem Bewusstsein, ihn erkannt zu haben, nach Hause ziehen: du wirst ein wenig durch die nächtlichen Straßen schlendern, dich tief in dich selbst zurück ziehen, ein wenig Trotzenergie aufbauen, vielleicht Stärke aus deiner Einsamkeit aufbauen, dann schlafen: und dich am nächsten Morgen erheben, und weiter.

20.08.10

Permalink 19:49:07, von Olaf E-Mail , 210 Wörter, 1000 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Alles

Strom, Tropfen und schließlich Diffusion

Die Suche geht weiter: die Blog-Einträge, nach wie vor von niemandem gelesen, aber legitimer Bestandteil des Web 2.0, werden aber nicht mehr an der Zahl: anscheinend ist die Sprache, die deutsche, die genaue (die wirklich beeindruckend genaue), nicht mehr in der Lage, das umfassende Diffuse abzubilden, das die Leben vieler von uns ausmacht: während "es" früher "strömte", "tröpfeln" die Worte nun nur noch zäh "aus" "mir" hervor. Der profane Ausdruck ist auch hier "Midlife crisis". Das Diffuse, Lauwarme, hat viele Wurzeln. Jene von uns, die nicht von Herz oder Bauch geleitet werden (mithin: jene die nicht wissen "was sie wollen"), oder die über keine Religion verfügen, die sie selbst überzeugt, ferner deren Körperbedürfnisse gestillt sind und die sich in sozial einigermaßen sicherem Gelände bewegen, werden es produzieren: sie werden fast manisch die Augen offen halten, sich aber nicht entscheiden können; anderen helfen wollen (neben Kindern einer der wenigen verlässlichen Sinnstifter), aber nicht wissen wie, wo und vor allem (letztlich) warum; sie werden Kunst produzieren, der irgend etwas fehlt; sie werden Halt in der "Natur" suchen (und teilweise finden: das "Teilweise" ist hier die Falle).

Können wir das Diffuse nicht irgendwie erheben? Dann wäre so vielen geholfen...

14.01.10

Permalink 10:35:47, von Olaf E-Mail , 364 Wörter, 1069 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Alles

Was bringt 2010?

2010 wird noch klarer werden, dass jede wesentliche Betrachtung sehr schnell rekursiv wird (oder dass das Treffen auf Rekursionen notwendige Bedingung für die Wesentlichkeit einer Betrachtung wird - mithin fast schon definitionsgebend für das Wort "wesentlich" im Kontext weltanschaulicher Fragestellungen). Selbst diese Betrachtung ist rekursiv - wir erkennen die Zeichen (den Geist) der Zeit, weil es an der Zeit ist: wie alle Menschen zu allen Zeiten füllen wir die Vakanzen, die leer gelassenen Nischen, die uns die Zeit zur Verfügung stellt, mit "Characters" (ein paar "gehen als" (im Sinne von kosmischem Fasching) Blumenkinder, Banker, Punks, Intellektuelle, Prolls, Angestellte, Chefs, Esos - alle Lücken finden eine Person die sie füllt, kein Vakuum bleibt), ähnlich wie die in natürlichen (im Sinne von "frei von menschlichen Kultureinflüssen") Umgebungen offen stehenden Überlebensnischen zwangsläufig von hineinevolutionierenden Pflanzen und Tieren gefüllt werden. Das eingeläutete Ende der Individualität findet mehr und mehr Fundament im zeitgeistgesäten Weltverständnis (desselben, rekursiv wie immer, das auch diese Zeilen hervorbringt).

2010 wird klarer werden, in welchem Maße wir Affen (wertfrei: "natur"produzierte Wesen, evolutionär, biologisch, mit nur geringen sozialen Prägungen, die es nicht schon in Busch und Steppe gab) sind: in welchem Maße nicht nur Gefühle und Zeitgeist über jede noch so "individuelle", "neue" und "schlaue" Nuance unseres Denkens herrschen, sondern auch die Anforderungen des tierischen Überlebenskampfes - populäres Beispiel: während die meisten Eltern (Mütter mehr als Väter) hin und wieder mit Tränen der Rührung in den Augen schildern, wie sehr sie ihre Kinder lieben und gegen alles verteidigen würden (manchmal denkt sich hier der Verdacht auf, dass sie sich daran "hoch ziehen", ihr "Ego polieren", aber das ist ein anderes Thema), geht (zugegeben: vielleicht) die Welt an anderen Dingen zugrunde (Klimakatastrophe, Wirtschaft), die nur dem Intellekt zugänglich sind und für die genau jene neuronalen Verknüpfungen, die die Natur den Eltern für den Schutz der Kinder vor Bären, Tigern und Waldbränden genetisch eingebrannt hat, fehlen: hier findet also auch die "unvorstellbare Liebe", die wir Menschen für unsere Kinder zu empfinden glauben, ein jämmerliches Ende.

28.09.09

Permalink 22:42:42, von Olaf E-Mail , 2 Wörter, 1238 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Alles

www.töten.de

Irgendwie gut....

töten.de

Olaf Schreibers Blog

So fängt es an: ich blogge. Es gab immer mal wieder ein paar Leute, denen der Ausfluss eines mit mir identifizierten Hirns gefallen hat, drum teste ich es mal so.

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