Möglichkeiten

19.01.00

Permalink 02:12:00, von Olaf, 501 Wörter, 626 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Möglichkeiten

Während ich so vor mich hin lebe und gerade noch fühle, wie sich meine Möglichkeiten hinter dem Horizont der Realität zurückziehen, während es spät in der Nacht ist und ich in einem Rausch (Alk), aber nicht neben oder jenseits von mir (was immer diese Sprache wirklich ist), mehr erlebe und erkenne als in anderen Zuständen und mir in der S-Bahn, bevor ich in das Taxi steige, gerade so viele Ideen und Einsichten kommen, und während ich mich dann frage: Gedanken: Einsichten: woher kommt ihr? Und kommt ihr aus mir, woher kommt ihr dann trotzdem?, während sich dies abspielt, spielt sich an einem anderen (an einem ganz, ganz anderen) Ort eine Realität ab, die die meine irgendwie zu beobachten, zu betrachten scheint: anders kann ich mir (unter Auferbietung all meiner Kräfte, all meiner angestrengten Wahrnehmung in meiner beschränkten, nicht von mir gemachten (ja!) Welt) nicht erklären, wie die Dinge sind. Manchmal kommt mir hoch: ich bin Existenzialist: manchmal erkenne ich die Welt als Fiktion (und frage mich, ob die Welt als Wille und Vorstellung, Maja, Paranoia und all diese Dinge etwas mit meinem innersten Wesen gemein haben): sehe ich die SchaffnerInnen, wie sie Rollen spielen, ganz gleich ob sie ihnen zugewiesen wurden oder ob sie sie sich in einem merkwürdigen Setting (einem früheren Leben oder einem Vorleben) ausgesucht haben: manchmal bin ich müde und habe Angst, manchmal habe ich keine: aber immer ist die Welt gefärbt, nicht als wäre ich schizophren, auch nicht als wäre ich bedroht, auch nicht als wäre ich neben mir in just dem Sinne, den die Psychotherapie zu heilen versucht: sondern als würde sich all meine Wahrnehmung von ihrem Inhalt trennen, einschließlich der Erkenntnis der Erkenntnis, einschließlich dessen, was das tiefste des Tiefen in mir wäre, wenn es nicht mein wäre, sondern das Ergebnis gleich welchen Prozesses. Was damit gesagt ist (und hier sage ich es nochmal): wenn alles, was ich bin, was in mich geht und aus mir kommt (einschließlich dieser Begriffe, die sich damit relativieren), mich nur als unvorstellbare Instanz benutzt, bin ich nicht und habe kaum noch Lust zu leben (außer nach einem geschickt gewählten Rückzug auf eine psychologische Instanz): und vielleicht ist das der Weg, den wir alle gewählt haben, weil wir alle da anfingen (wo jetzt eigentlich? na in dem Zustand völliger Abhängigkeit, und zwar nicht von Instanzen, die deswegen kritisiert gehörten, sondern von solchen, die das Sein selbst sind): jedenfalls in meinem Bild ist dies so oder könnte dies so sein: denn den Schritt muss ich nach aller Erkenntnis (wo profund sie auch jemals sein mag: das habe ich mir geschworen) noch tun: es könnte alles anders sein, und was DU sagst (wie bescheuert es auch ist) unterscheidet sich in diesem Sinne in keiner Weise von dem, was ich sage. Ach und es gibt so viel.

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Anmerkungen und Betrachtungen zu Grundsätzlichem

Hirnausflüsse von Olaf. Manche wollten das lesen. Wenige, aber immerhin. Es fügt der Welt Informationen hinzu.

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