Authentizität

05.12.04

Permalink 00:33:03, von Olaf, 498 Wörter, 711 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Authentizität

Ist Authentizität perspektivabhängig? - will sagen: gibt es sie als solche überhaupt, als "Ding an sich"? - und wenn: was soll sie sein? Was ist Ehrlichkeit, was ist der Maßstab dafür? Ist er irgendwo im Universum, oder eine "Selbst"-unabhängige Instanz in einem selbst (wo immer wir genauer schauen, zerfallen alle Begriffe in nichts; das ist nur ein weiteres schönes Beispiel)(und was ist - wie immer dieselbe Frage, dieses ominöse "Selbst"?)(man kann es nicht oft genug sagen: ausgerechnet alle Begriffe werden von ausgerechnet allen Menschen (außer einigen wenigen mit Schweigegelübte und einer unbekannten Anzahl Insassen einschlägiger psychiatrischer Kliniken) sehr, sehr leichtfertig gebraucht (und dennoch kann - unter Zuhilfenahme quasi "energetischer" oder intuitiver Elemente - sinnvoll diskutiert werden (wenn das Ziel der Diskussion nicht - ganz albern - "Recht Haben" ist und darüber hinaus kein Zwang zur Klärung einer Frage im gegebenen paradigmatischen System gegeben (oder selbst auferlegt) ist, sondern lediglich die Grenzen von systemeigenem Denken und systemeigener Begrifflichkeit gefunden werden sollen)))? Oder steckt er - die einfachste, aber leider in der Ergiebigkeit eingeschränkteste Version - in einer teils geschriebenen, teils ungeschriebenen gesellschaftlichen Übereinkunft? Dann wäre die subtile gefühlsmäßige Qualität von Authentizität ein Produkt von Stammesevolution: auch gut.

Im ersten Fall zeige man mir die Instanz (ein Mann mit Rauschebart? aber wer ist dann dessen Instanz? Oder das (welches bitte genau?) Nichts? aber wie könnte es über derlei urteilen?), die entscheidet über die - von mir aus auch - Aufrichtigkeit einer Aussage; oder die - von mir aus auch - Ernsthaftigkeit einer Handlung; oder wie lauter eine Seele ist; oder wie "ehrlich" eine Hilfeleistung. Was (in seiner wahren Form mit seinem wahren Inhalt vermittels seiner Eigenschaft als - von mir aus - "Objektive Instanz an sich")!

Im zweiten Fall (wir erinnern uns: "sei treu dir selbst gegenüber"), wenn der Maßstab mir der authentizitätsmäßig zu validierenden Person entweder zusammenfällt oder geistig, seelisch oder im Fleische in irgend einer Weise verknüpft ist: ist die Frage beinahe dieselbe. Das handelnde Selbst (yeah! sic! was ist das!) wird nicht selbst den Maßstab für Echtheit bilden, sonst wäre absolut alles "ok" (oder ist vielleicht genau das der Fall, und "Alles ist erlaubt", weil es "eigentlich" kein Verbot gibt?). Aber wir entfernen uns weg von der ursprünglichen Frage hin zu jenem Wabbelwesen, das gewöhnlich als "Moral" bezeichnet wird und hier nicht gemeint ist (aber auch sehr, sehr interessant und sauber zerlegbar - aber Dekonstruktionsarbeit ist für beinahe alles und jedes bereits geleistet worden und - trotz ihrer schwerlich leugbaren Verwandschaft zu vorliegenden Texten - selten mein Thema).

Was also ist der zweite Pol, zwischen dem und "mir" die Möglichkeit einer Spannung besteht, wenn ich im weitesten Sinne handle? Bitte ankreuzen:
o Gesellschaft
o Irgendwo in meinem biologischen Fleische
o Irgendwo im (kollektiven?) Unbewussten
o Gibt es nicht, ist alles weder erlaubt noch verboten und damit erlaubt
o Jenseits des Dualen und damit für meinen Verstand Erkenn- und Benennbaren

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Anmerkungen und Betrachtungen zu Grundsätzlichem

Hirnausflüsse von Olaf. Manche wollten das lesen. Wenige, aber immerhin. Es fügt der Welt Informationen hinzu.

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