Archiv für: November 2005, 20

20.11.05

Permalink 11:16:57, von Olaf, 170 Wörter, 704 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Die unendlichen Grade Fremdheit - Horizonte - nicht einmal mehr Grade

Mache ich mir - wie an so vielen ruhigen Sonntagen - klar, wie nah das Fremde, wie in ausgerechnet jedem Ding ein Alien steckt, gehe ich zunächst durch ein turbulentes Chaos und werde dann recht ruhig (niemals ganz ruhig, sonst bräuchte ich nicht unter Benutzung alter chinesischer Methoden danach streben (streben-sterben)): nur Zentimeter entfernt ist das Fremde in den vertrautesten Gegenständen, Menschen, Worten: im Grunde ist das Fremde im als fremd Erkannten (z. B. Thais) näher als im Vertrauten: denn natürlich ist "Fremd" nur ein Gefühl: für "fremd" und "nicht fremd" sind die Möglichkeiten einer unabhängigen Existenz, wie sie sich für Teekannen oder auch Atome wenigstens noch denken lässt (wenn man nicht zu genau denkt), quasi nicht mehr gegeben. Wieso gibt es dann diese Wörter? Nur wegen der feindlichen Stämme, die wir einst im Busch waren, oder wegen unbekannter giftiger Pflanzen?

An Sonntagen wie diesem denke ich da anders: "fremd/nicht-fremd" sind als Kategorien dem Menschen immanent: ohne sie kein Mensch. Wieso die menschliche Fähigkeit zu einem Gefühl mit genau dieser Qualität?

Permalink 11:01:24, von Olaf, 369 Wörter, 775 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Tage

Wie ich die Welt sehe (Heute: Interpolationen, Systeme und Ego)

Gedanke und Nicht-Gedanke gleich. Ströme, Felder, Energien, Interaktionen, die gleichzeitig auch keine sind, sondern in dem leeren Raum zwischen meinen Augen und meinem Hirn entstehen und von meinem Herzen bewertet werden: und dies geschieht aufgrund seiner Struktur: Löcher, die sich füllen wollen, Speicher, die sich entladen wollen ("Wollen" wie Gravitation in der Physik). Meine Sicht der Dinge ist, meine Welt, mein Weltbild, ist wenigstens tertiär, wahrscheinlich aber viel, viel weiter außerhalb dessen, was fälschlich "Selbst" genannt wird: schwankend verortet: die dicke Fettschicht einer wild gewachsenen Psyche bestimmt Inhalt und Form meiner "Sicht": ihrerseits werden die Filter und Ströme der dicken Fettschicht erzeugt und laufend verändert von einem Drinnen, das "ich" von einem Draußen betrachte: "Schon-Da-Seiendes": die Quelle, die innerhalb des willkürlichen, sich laufend ändernden "Ich-Perimeters" alle Dinge erzeugt.

Die Details kenne ich nicht: einerseits geht "Kennen", "Wissen" nicht in der Weise, wie es naiv interpoliert wird, andererseits ist der Blick nach Innen verstellt, vernebelt, verborgen: das erste, und nur das erste, Hindernis ist hier das Wort - die Idee - "Innen" selbst. "Wissen" ist eine Idee. "Selbst" ist eine Idee. "Innen" ist eine Idee. Der Begriff der "Idee" ist eine Idee. Die Möglichkeit der Verwendung von Gänsefüßchen, die ein Wort im weitesten Sinne als "nicht ganz so gemeint" kennzeichnet, ist nur ein Element aus einer Mannigfaltigkeit, von welchen die größten unter uns vielleicht zehn oder zwanzig kennen.

Jedes umfassende System - jedes System ohne Außen, also jedes von Philosophie angestrebte - besteht aus fiktiven Inhalten, Grenzen und Verbindungslinien: der erste Fehler ist, die Natur der Grenzen, der zweite die der Verbindungslinien zu vergessen, die alle Teil des Systems sind: äußere Begriffe wie "System" und "Teil" sind ebenfalls Teil des Systems.

Beinahe alles Geschaute, Geschriebene, Gedachte ist Interpolation, deren Wesen sich immerhin zuweilen feststellen lässt: Zwischenmenschliches basiert darauf: Bewunderung, sich Hochziehen, Mitgefühl, Opfereinschätzung. Eigentlich lächerlich: was sich alles aus der Manipulation der Interpolationsfunktion der Psychen unserer Mitmenschen saugen lässt: das ist das ubiquitäre Ego-Spiel.

Münden deswegen jene Philosophien, die sich mit dem Denken selbst befassen und Kategorie um Kategorie auflösen, wenn sie nicht stehenbleiben, in Chan (Zen)? Oder gibt es einen Abzweig, den ich nicht sehe, weil er hinter dem Horizont eines Raumes, den ich nicht kenne, liegt? Ich würde es so gerne wissen.

Anmerkungen und Betrachtungen zu Grundsätzlichem

Hirnausflüsse von Olaf. Manche wollten das lesen. Wenige, aber immerhin. Es fügt der Welt Informationen hinzu.

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