Bangkok 4 - Airport

11.12.05

Permalink 22:05:46, von Olaf, 498 Wörter, 773 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Einträge

Bangkok 4 - Airport

Bangkok Airport: weniger bekannt ist (nur Luxusspießer wissen das), dass es hier den Koon Beer Garden gibt, meines Wissens außer dem Parkhaus, in dem Bangkok Feeling für ein ganzes Jahr kodiert ist, und der zur Autobahn gewandten Airport Terasse der einzige (gerade kommt meine Kokosnuss, siehe Foto)
Kokos
(und auch der Som Tum Papaya Salad, Foto, mit soviel Knoblauch dass sich meine Flugnachbarn einen abfreuen werden)
Papaya
Ort ist, wo man draußen sitzen kann, ohne fucking air condition, neben echten tropischen Pflanzen und einem Springbrunnen: konzentriere mich aber nun auf's Essen (Fried Morning Glory arrives), quasi Henkersmahlzeit, wenn man mal Bangkok mit dem Leben gleichsetzt. -- Henkersmahlzeit beendet. Fresh Lemon Juice bestellt. Dreiviertel Stunde bis zum Einchecken. Was ich hier in Thailand gemacht habe, wird nicht gebloggt: nicht nicht, weil es mit dem zu tun hätte, was Bumsbomber (schreibt man das eigentlich mit 2 m?) nach der Landung alles so auskacken, sondern nicht, weil es mit Laudzi (Laotse) und dem, was aus seinen Worten geworden ist, zusammen hängt, und das ist zu verrückt für mein Blog. Durch die Scheiben ins Flughafengebäudeinnere sehe ich eine Lufthansacrew vorbeiziehen, mit teilweise blonden Zöpfen. Aus der offenen Küche dringt so eine Art thailändischer Discohiphop. Unheimlicher Lärm hier, oben genanntes Parkhaus ist nämlich gleich nebenan. Die letzten Minuten sind immer so komisch. So intensiv, aber von einer Intensität, die man nicht festhalten kann, aber auch nicht später abholen, vielleicht verschieben auf ein nächstes Mal (ja, ich weiß, irgendwo werden Leiber zerrissen, und ich kümmere mich um mein ruhiges Herz, wuwei und Erleuchtung). Die allermeisten Bediensteten hier werden niemals irgendwo hin fliegen. Kenne die Struktur des Universums nicht, aber der Möglichkeiten sind viele, was Gerechtigkeit angeht:
1. Es gibt keine. Alles geschieht irgendwie.
2. Ich habe in einem früheren Leben Verdienst angesammelt, das ich jetzt hier auf dem Airport Bangkok verbrate, weil ich mich bedienen lasse und kleine Tiere esse (im Papaya Salad sind kleine Krabben).
3. Ich habe auf der karmischen Skala eine gehobene Position erreicht, aber das Universum ist so, dass man nicht zurückfällt; im nächsten Leben könnte ich mal was Gutes tun und würde dann aufsteigen, vielleicht Engel werden oder sowas.
4. Ich zahlte und zahle zuweilen für mein Leben mit psychischen Schmerzen, die (wer kann das wissen) auf dem Karmakonto Punkte scheffeln wie Sau.
5. Die Art und Weise, wie ich mein Leben führe, ist eine saubere Sache: ich mache keine großen Fässer auf, die nachher hinderlich werden.
6. Ich muss nur Gott in letzter Sekunde um Vergebung all meiner Sünden bitten, dann ist alles ok.
Hm: irgendwie lassen sich alle Punkte zusammenfassen: entweder es gibt keine Gerechtigkeit, oder es ist nur der Mechanismus unklar. Wahrscheinlich ist (wenn ich diese anachronistische, undefinierbare Wort mal in solch einem kosmischen Zusammenhang illegitim einsetzen darf) es aber ganz anders. Denn vielleicht ahntet ihr es schon: ohne Gerechtigkeit gäbe es gar keine Ungerechtigkeit.

Noch eine gute Stunde, dann startet einer dieser verrückten Metallzylinder. Dann schlafe ich ein, wache vor Wien auf, nehme in Wien einen Verlängerten und lande in Berlin, der Stadt aller Städte.

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So fängt es an: ich blogge. Es gab immer mal wieder ein paar Leute, denen der Ausfluss eines mit mir identifizierten Hirns gefallen hat, drum teste ich es mal so.

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