Archiv für: Dezember 2005

12.12.05

Permalink 05:57:54, von Olaf, 86 Wörter, 703 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Einträge

Bangkok 5 - Wien

Wien also: kein Verlängerter, sondern eine große Melange und eine Mozartkugel, vollkommen rund, wie das Universum: anders als unsere abgeplatteten, die eher an die Erde angelehnt sind. Ein freies WLAN in angenehmem Kontrast zu Tegel. Kaffee ist auch besser. Hole noch einen. Dann aus Heimweh nach Berlin. Als Fazit der Reise behaupte ich immer noch und sogar viel mehr, dass der aus den letzten Tagen nachklingende Luxus wohl angenehm ist, es mir letztlich aber nur um die Ruhe des Herzens geht als einen ersten Schritt zurück.

Tasse

11.12.05

Permalink 22:05:46, von Olaf, 498 Wörter, 706 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Einträge

Bangkok 4 - Airport

Bangkok Airport: weniger bekannt ist (nur Luxusspießer wissen das), dass es hier den Koon Beer Garden gibt, meines Wissens außer dem Parkhaus, in dem Bangkok Feeling für ein ganzes Jahr kodiert ist, und der zur Autobahn gewandten Airport Terasse der einzige (gerade kommt meine Kokosnuss, siehe Foto)
Kokos
(und auch der Som Tum Papaya Salad, Foto, mit soviel Knoblauch dass sich meine Flugnachbarn einen abfreuen werden)
Papaya
Ort ist, wo man draußen sitzen kann, ohne fucking air condition, neben echten tropischen Pflanzen und einem Springbrunnen: konzentriere mich aber nun auf's Essen (Fried Morning Glory arrives), quasi Henkersmahlzeit, wenn man mal Bangkok mit dem Leben gleichsetzt. -- Henkersmahlzeit beendet. Fresh Lemon Juice bestellt. Dreiviertel Stunde bis zum Einchecken. Was ich hier in Thailand gemacht habe, wird nicht gebloggt: nicht nicht, weil es mit dem zu tun hätte, was Bumsbomber (schreibt man das eigentlich mit 2 m?) nach der Landung alles so auskacken, sondern nicht, weil es mit Laudzi (Laotse) und dem, was aus seinen Worten geworden ist, zusammen hängt, und das ist zu verrückt für mein Blog. Durch die Scheiben ins Flughafengebäudeinnere sehe ich eine Lufthansacrew vorbeiziehen, mit teilweise blonden Zöpfen. Aus der offenen Küche dringt so eine Art thailändischer Discohiphop. Unheimlicher Lärm hier, oben genanntes Parkhaus ist nämlich gleich nebenan. Die letzten Minuten sind immer so komisch. So intensiv, aber von einer Intensität, die man nicht festhalten kann, aber auch nicht später abholen, vielleicht verschieben auf ein nächstes Mal (ja, ich weiß, irgendwo werden Leiber zerrissen, und ich kümmere mich um mein ruhiges Herz, wuwei und Erleuchtung). Die allermeisten Bediensteten hier werden niemals irgendwo hin fliegen. Kenne die Struktur des Universums nicht, aber der Möglichkeiten sind viele, was Gerechtigkeit angeht:
1. Es gibt keine. Alles geschieht irgendwie.
2. Ich habe in einem früheren Leben Verdienst angesammelt, das ich jetzt hier auf dem Airport Bangkok verbrate, weil ich mich bedienen lasse und kleine Tiere esse (im Papaya Salad sind kleine Krabben).
3. Ich habe auf der karmischen Skala eine gehobene Position erreicht, aber das Universum ist so, dass man nicht zurückfällt; im nächsten Leben könnte ich mal was Gutes tun und würde dann aufsteigen, vielleicht Engel werden oder sowas.
4. Ich zahlte und zahle zuweilen für mein Leben mit psychischen Schmerzen, die (wer kann das wissen) auf dem Karmakonto Punkte scheffeln wie Sau.
5. Die Art und Weise, wie ich mein Leben führe, ist eine saubere Sache: ich mache keine großen Fässer auf, die nachher hinderlich werden.
6. Ich muss nur Gott in letzter Sekunde um Vergebung all meiner Sünden bitten, dann ist alles ok.
Hm: irgendwie lassen sich alle Punkte zusammenfassen: entweder es gibt keine Gerechtigkeit, oder es ist nur der Mechanismus unklar. Wahrscheinlich ist (wenn ich diese anachronistische, undefinierbare Wort mal in solch einem kosmischen Zusammenhang illegitim einsetzen darf) es aber ganz anders. Denn vielleicht ahntet ihr es schon: ohne Gerechtigkeit gäbe es gar keine Ungerechtigkeit.

Noch eine gute Stunde, dann startet einer dieser verrückten Metallzylinder. Dann schlafe ich ein, wache vor Wien auf, nehme in Wien einen Verlängerten und lande in Berlin, der Stadt aller Städte.

10.12.05

Permalink 17:46:45, von Olaf, 114 Wörter, 701 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Einträge

Bangkok 3 - Jacuzzi

Nach verrückten 10 Tagen sitze ich wieder auf dem Dach des Pinnacle, dem Jacuzzi Pool entstiegen - Bangkok ist nicht so heiß wie immer Sommer, so dass sich das stille Sitzen im Wasser zeitlich begrenzt; den Laptop auf dem Schoß, weisen meine Füße über den Nachtmarkt, durch die Thai Boxing Arena (wo sie immer nicht verstehen, wieso wir Farangs nicht die ganze Zeit reinwollen), am Lumpini Park vorbei auf die besmogte Skyline. Links von mir auch Skyline; um mich never ending Lärm. Ein bisschen arbeiten, bevor dann alle (wer das genau ist, geht aus diesem Blog nicht hervor, Namen werden nicht genannt, auch keine folgerungsfähigen Inhalte) ein Abschiedsessen nehmen, wahrscheinlich eine Völlerei bei einem koreanischen BBQ.

Permalink 09:41:23, von Olaf, 24 Wörter, 724 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Nachrichten

Virtuelles Geld

Telepolis, einer der leuchtenderen Sterne am Webhimmel, ist permanent lesenswert. Nicht nur Wissenschaftliches und Politisch-Oekologisches, auch das Kuriose hat seinen Platz. Siehe hierzu hier.

06.12.05

Permalink 14:46:03, von Olaf, 264 Wörter, 674 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Einträge

Bangkok 2 - Nikolaus

Nikolaus: bin immer traurig bei solchen kindlichen Festen, wenn ich in der Ferne bin, besonders dann, wenn die Ferne nicht funktioniert wie erwartet. Als Kind und bei in diesem Punkt (dem der Erwartung?) unschuldig Gebliebenen funktionierte die Ferne eher immer (und wenn nicht, war die Enttäuschung glasklar, wie ein klirrender Wintermorgen (den es hier auch nicht gibt, nichts wird je in Bangkok klirren, was mit klarer Luft zu tun hat)): aber heutzutage ist das Geschäft mit der Erwartung, gleich welcher, einer Fatalität gewichen, die sich wie die altersbedingten Wehwehchen in die vergehenden Jahre (inzwischen zu Jahrzehnten geworden) webt: geboren teils aus der Überfrachtung unserer westlichen Leben, teils aber auch aus der langsam Legion werdenden Schar zischender Geister in unseren und um unsere Köpfe, die als Zwänge und erkannte - wirkliche, reale, realistische - Hoffnungsverlüste daherkommen und nicht mehr wegzuschicken sind: jedenfalls nicht mit den aus jüngeren Zeiten bekannten Methoden.

Ein Stück links von mir - ich sitze auf dem Dach des Pinnacle Lumpini Hotels in Bangkok, es ist angenehm nicht zu heiß - schnarcht einer der käuflichen Thai-Jungs, und das schlimmer als bislang von mir denkbar. Der schwule Engländer an meinem Nebentisch konzentriert sich auf seine Schwarte. Zum ersten Mal unterliegt der Bangkoker Verkehrslärm einem Menschen. Mein Blog wird nicht gelesen: hin und wieder finde ich in den Statistiken Klicks, die aufgrund einiger in diesem Absatz auftauchender Wörter aus der Ergebnisliste von Suchmaschinen erfolgt sind (ein Beispiel war in einem anderen Eintrag das Wort "Männerdusche"). Der schwule Engländer am Nebentisch macht es nicht mehr lange. Ich auch nicht. Wollte an einer Website arbeiten, aber ich gebe es auf.

01.12.05

Permalink 19:45:31, von Olaf, 67 Wörter, 699 Ansichten   German (DE)
Kategorien: Einträge

Bangkok 1

Am Abend: Bangkok, endlich (noch hell bei uns): schon essen gewesen, auf dem Neppmarkt, an den bayerischen Bierstadln wo nur Thais sitzen und weiße Bierbäuche mit gemieteten Frauen: der Pool auf dem Dach hat schon zu (Enttäuschung): ansonsten alles vertraut: die Tastatur ist bekannt, die Wärme anders. Habe anscheinend nichts zu sagen: keine Logik hier, daher auch nichts zu Negieren: nichts für mich zum Tippen: gehe raus.

Olaf Schreibers tägliches Geschäft

So fängt es an: ich blogge. Es gab immer mal wieder ein paar Leute, denen der Ausfluss eines mit mir identifizierten Hirns gefallen hat, drum teste ich es mal so.

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